Unteroffizier soll zwei Bundeswehr-Soldatinnen vergewaltigt haben

Die Bundeswehr hat erste Konsequenzen aus den Vergewaltigungsvorwürfen gegen einen Oberfeldwebel gezogen. Laut Informationen von "Spiegel Online" soll ein weiterer Soldat die Tat gefilmt, das Video aber anschließend gelöscht haben.

Den Missbrauch an den zwei Soldatinnen soll ein weiterer Mann gefilmt haben.

Den Ermittlern zufolge schweigt der Soldat zu den Vorwürfen.

Ein 29-jähriger Bundeswehr-Soldat ist vom Dienst suspendiert worden, weil gegen ihn wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt wird. Die Führung habe gegen ihn ein formales Dienstausübungs- und Uniformtrageverbot verhängt, heißt es.

Sowohl der mutmaßliche Täter als auch die Opfer gehören zur Flugabwehrraketengruppe 21 der Luftwaffe, die Waffensysteme wie "Patriot" bedienen. Feldjäger hätten in der Nacht zum Freitag den Soldaten letztendlich festgenommen. Die ersten Ermittlungen werfen derweil unangenehme Fragen für die Bundeswehr auf. In Todendorf waren sie zu einem Schießlehrgang, der am Donnerstag abgeschlossen worden war. Zudem sollen weitere Soldaten die Tat zwar mitbekommen haben, unter ihrem Alkoholeinfluss aber nicht eingeschritten sein. Die Frauen sind 18 und 22 Jahre alt.

Schon die Party in der Kaserne offenbart ungewöhnliche Gepflogenheiten bei der Truppe, die in der Werbung gern als moderne Hightech-Armee und nicht mehr wie eine dumpfe Burschenschaftsbande daherkommt. Und auch das Ausmaß der Feier will die Luftwaffe recherchieren. Daher ist auch die Staatsanwaltschaft in Kiel zuständig.

Inzwischen ist der Verdächtige wieder auf freiem Fuß, wie am Freitagabend bekannt wurde.

Gleichwohl gilt der Soldat weiter als Beschuldigter, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Dienstagnachmittag. Gegen den 29-jährigen mutmaßlichen Täter wird jedenfalls weiter ermittelt. Ein Vergleich entnommener DNA-Proben und anderer Spuren vom Tatort soll nun zeigen, was sich in der Nacht ereignet hat. Das bestätigte ein Sprecher der Luftwaffe. Aber "die Ermittlungen werden fortgesetzt", hieß es.


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