Zuschauer seien "ein bisschen fett und ein bisschen arm"

Die erklären auch, dass ProSieben-Chef Thomas Ebeling mit dieser Beschreibung seiner Zuschauer erst heraus rückte, nachdem die Gesprächspartner eindringlich nachfragten, wieso Netflix für den Fernsehsender keine Gefahr darstellen sollte.

Viele Hundert Mitarbeiter, die bei ProSiebenSat.1 in Unterföhring bei München am Programm der diversen Sender arbeiten, dürften am Mittwochmorgen traurig auf die Schlagzeilen des Kölner Mediendienstes DWDL.de blicken. Oder sagen wir besser: eine halsbrecherische Strategie. Und sehr oft sind deren Inhalte sehr, sehr Arthouse-like. Wie aus einer DGAP-Meldung hervorgeht, hat Ebeling vor wenigen Tagen 10.000 ProSiebenSat.1-Aktien zum Kurs von 25,45 Euro gekauft.

"Das sind Menschen, ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm, die immer noch gerne auf dem Sofa sitzen, sich zurücklehnen und gerne unterhalten werden wollen", sagte Ebeling dem Medienmagazin "DWDL" zufolge in dem auf Englisch geführten Gespräch. "Das ist eine Kernzielgruppe, die sich nicht ändert". Es ging bei der Bemerkung darum, die gerne von Analysten verwendeten Stereotypen eines TV-Zuschauers in englischer Sprache zu reflektieren. "Die reine Textaussage spiegelt weder die Historie noch die Tonalität der Aussagen wider". Nachdem die Gewinnprognose gesenkt worden war, sackten die Aktien in der vergangenen Woche zeitweise um 11,4 Prozent auf den tiefsten Stand seit Anfang 2013 ab.

Auch für Ebeling selbst scheint die Luft dünner zu werden. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" sucht der Aufsichtsrat bereits nach einem Nachfolger.


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