HIV-Testwochen: 1.600 Infizierte ohne Diagnose - Jetzt testen lassen!

Das sind hundert Menschen weniger als im Jahr zuvor. Viele dieser positiven Tests seien aber auf Infektionen zurückzuführen, die sich in den Jahren zuvor ereignet haben, betont das RKI.

Von den HIV-Neuinfektionen besonders betroffen sind den Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts zufolge erneut vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Auch hier gab es einen geringfügigen Rückgang um 100 Fälle im Jahresvergleich.

2016 haben sich im Freistaat rund 390 Menschen neu mit HIV infiziert. Insgesamt lebten in Bayern Ende 2016 mehr als 12 000 Menschen mit dem HI-Virus; davon rund 9600 Männer und 2400 Frauen. Insgesamt 63 Prozent aller HIV-Positiven, das sind 56.100 Personen, sind Männer, die sich bei schwulem Sex angesteckt haben.

Ein junger Mann führt einen HIV-Heimtest durch
Ein junger Mann führt einen HIV-Heimtest durch

Von 3100 Neuinfizierten in Deutschland oder Deutschen, die im Ausland leben, geht das RKI demnach aus. Grundpfeiler der HIV-Prävention sei nach wie vor die Nutzung von Kondomen. Eingegangene Risiken sollten zeitnah durch einen HIV-Test abgeklärt werden, heißt es im "Epidemologischen Bulletin". Die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) - das sind Medikamente, die eine HIV-Infektion verhindern - bezeichnet das Institut als "zusätzliches und wirksames neues Instrument". Die tägliche Pille gegen HIV wird bislang noch nicht von den deutschen Krankenkassen übernommen, ist aber inzwischen bereits für 50 Euro im Monat erhältlich (queer.de berichtete). Denn Routinesurveillance liefert nur begrenzt Daten zur HIV-Epidemie, da die HIV-Diagnose oft erst Jahre nach der HIV-Infektion erfolgt.

Auch mit zwei weiteren Maßnahmen könnten die Zahlen signifikant gesenkt werden: Zum einen müssten saubere Spritzen an Menschen in Haft ausgegeben werden, um die Übertragung durch intravenösen Drogenkonsum zu bekämpfen. "Es ist Zeit, einen Gang höher zu schalten!", so Warminsky. Zum anderen müssten Menschen ohne Papiere "endlich einen anonymen Zugang zur HIV-Therapie erhalten, damit sie nicht ihre Abschiebung fürchten müssen, wenn sie medizinische Versorgung in Anspruch nehmen möchten".


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