Staatsschutz übernimmt Ermittlungen zu Paket in Potsdam

Der Vorfall in Potsdam dürfte die Diskussion um die Sicherheit auf deutschen Weihnachtsmärkten jedenfalls weiter anheizen. Brandenburgs Innenminister Schröter teilte mit, in dem Paket sei neben Nägeln auch ein sogenannter Polenböller gewesen. Gegen 17.30 Uhr teilte die Polizei dann mit: "Die kontrollierte Entschärfung des verdächtigen Gegenstandes ist erfolgt".

Nach dem Fund eines Pakets mit einer bombenähnlichen Vorrichtung am Potsdamer Weihnachtsmarkt hat die Staatsschutz-Abteilung des Brandenburger Landeskriminalamtes die Ermittlungen übernommen. Nach dem Fund eines verdächtigen Pakets hatte die Polizei größere Teile des Weihnachtsmarkts abgesperrt.

Abgesperrter Weihnachstmarkt in Potsdam.

Die Polizei rief alle Besucher der Innenstadt auf, den Anweisungen zu folgen. Es bestehe aber keine Gefahrenlage mehr. Zugleich kündigte er an, dass die Polizeipräsenz am Weihnachtsmarkt verstärkt werde.

Dass in dem Paket Nägel waren, zeigte eine Röntgenuntersuchung. Die Apotheke, in der das Paket am Nachmittag entdeckt worden war, und Teile des Weihnachtsmarkts bleiben weiter abgesperrt. Die Nägel befanden sich in einem Metallgefäß ähnlich einer Konservendose.

Schröter sagte, es sei zu früh, davon zu sprechen, dass es sich um einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt gehandelt habe. Die Polizei ging davon aus, dass der Markt bereits an diesem Samstag wieder öffnen werde.

Gesperrter Weihnachtsmarkt in Potsdam
Polizisten sperren den Potsdamer Weihnachtsmarkt

Zuvor war um kurz nach 17 Uhr ein Sprengstoffverdacht seitens der Polizei bestätigt worden. Möglicherweise habe alles dem Apotheker gegolten. Hintergrund sei, dass ein politisches Motiv nicht ausgeschlossen werden könne, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst. Spezialkräfte der Bundespolizei rückten aus, um den Gegenstand zu untersuchen.

Der Apothekeninhaber sagte der Zeitung "Potsdamer Neueste Nachrichten", beim Auspacken habe man gemerkt, "dass da so komische Drähte herausguckten".

Anfang der Woche waren in Deutschland zahlreiche Weihnachtsmärkte eröffnet worden.

Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gefahren.

Vor dem Fund des Pakets sei der Bereich gut gefüllt gewesen, viele Menschen wären nach Feierabend über den Markt geschlendert. Seitenstraßen seien nun gesperrt und mit Pollern und schweren Fahrzeugen gesichert.


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