Polizei: Absender der Potsdamer Paketbombe agiert regional

Ein Weihnachtsmarkt sowie einige Geschäfte in der Potsdamer Innenstadt sind nach dem Fund eines "verdächtigen Gegenstandes" geräumt worden.

Sprengstoffexperten der Bundespolizei hatten am Freitag ein Paket unschädlich gemacht, das in einer Apotheke mitten in der Potsdamer Innenstadt abgegeben worden war. Ermittelt werde wegen versuchter Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und versuchter schwerer räuberischer Erpressung, sagte der Leitende Potsdamer Oberstaatsanwalt Heinrich Junker.

Auf der brisanten Sendung, die von dem Paketzustelldienst DHL an die Potsdamer Apotheke geliefert wurde, stand eine nicht existierende Adresse. Demnach gab es beim Öffnen ein zischendes Geräusch. Die Täter agieren nach Erkenntnissen der Polizei im Raum Berlin-Brandenburg. Allerdings sprechen die Ermittler auch von einer "gewissen Irrationalität" des Täters. "Weitere solcher Sendungen sind nach jetzigem Ermittlungsstand wahrscheinlich", sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke in Potsdam. Der Potsdamer Sendung habe eine Nachricht beigelegen. "Der Zettel war bei der kontrollierten Sprengung durch die Polizei in Hunderte Einzelteile gerissen worden", sagte Mörke. "Wir versuchen natürlich, unsere Mitarbeiter zu schützen und diese zu sensibilisieren", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Das Versenden an Privatperson sei aber ebenfalls nicht ausgeschlossen, so die Brandenburger Polizei auf Twitter. Stattdessen warnt die Polizei vor verdächtigen Paketen. Hinweise seien zudem auffällige Rechtschreibfehler, Flecken oder Verfärbungen an dem Paket. "Bei Sendungen unbekannter Herkunft sollte man vorsichtig sein". Auch ein handschriftlich geschriebener Absender oder fehlerhaft geschriebener Absender sind Hinweise auf eine gefährliche Zusendung.

Mit der Erpressung sei eine Geldforderung in Millionenhöhe verbunden, teilten die Ermittler mit. Dieses sei beim Öffnen in Brand geraten. Dadurch verbrannte das Erpresserschreiben.

Der Sprengsatz, der am Freitag zur Räumung des Potsdamer Weihnachtsmarktes führte, hat offenbar nichts mit Terror zu tun.

Die Pakete enthielten nach bisherigen Ermittlungen unter anderem Nägel, Schrauben und sogenannte Polenböller. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt geben wir dazu keine Stellungnahme ab", sagte ein DHL-Sprecher in Bonn und verwies auf die Ermittlungen der Polizei.

Die Polizei hat beim Landeskriminalamt eine Ermittlungsgruppe mit dem Namen Luise - Benannt nach dem Namen der Apotheke - gegründet, in der 25 Kriminalisten alle Spuren auswerten.

"Daher bitten wir darum, ein verdächtiges Paket auf keinen Fall zu öffnen, sondern sich in Sicherheit zu bringen und die Polizei zu informieren".

Der DHL-Mutterkonzern Deutsche Post empfahl Kunden, nur Pakete von Absendern anzunehmen, die bekannt seien oder bei denen man Bestellungen aufgegeben habe. Hintergrund der Tat sei vielmehr eine Millionenerpressung des Paketzustellers DHL.


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