"Dieselgate": VW-Manager Schmidt in den USA zu sieben Jahren Haft verurteilt

Der VW-Manager Oliver Schmidt wurde vor einem US-Gericht zu sieben Jahren Haft verurteilt. Wie ein Sprecher des Bundesgerichts in Detroit am Mittwoch mitteilte, wurde gegen Oliver Schmidt außerdem eine Geldstrafe von 400.000 Dollar verhängt. Ansonsten hätte ihm womöglich eine noch deutlich härtere Strafe gedroht. Der 48-Jährige war im Januar nach einem Urlaub in Florida auf dem Flughafen von Miami festgenommen worden.

Schmidt hatte Ende Juli Kooperationsbereitschaft signalisiert - nachdem er ein halbes Jahr behauptete, nichts von der Abgas-Mogelei gewusst zu haben. Den Vorwurf des Überweisungsbetrugs - die schwerwiegendste Beschuldigung gegen Schmidt - hatte die Anklage daraufhin fallen gelassen.

Damit zeigte Richter Cox maximale Härte - das Strafgesetzbuch sieht für die Schmidt zur Last gelegten Verbrechen bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe zwischen 40 000 und 400 000 Dollar vor. Der Angeklagte sei wesentlich weniger schuldig als die zahlreichen hochrangigen VW-Führungskräfte, die die Abschalteinrichtung über mehrere Jahre initiiert, entwickelt, implementiert und verfeinert hätten - bevor sein Mandant beteiligt worden sei, argumentierte Anwalt David DuMouchel. "Die letzten elf Monate hinter Gittern in den Vereinigten Staaten waren die schwierigste Zeit in meinem Leben", klagte der langjährige Manager vor wenigen Tagen in einem Brief an US-Richter Sean Cox. Er war für die Kommunikation zwischen dem Autobauer und den US-Behörden zuständig. Während Schmidt seit Monaten unter dem Freiheitsentzug leidet, hat VW den Abgas-Betrug in den USA weitgehend abgehakt. Jetzt sind in den USA rund 500 000 VW-Kunden betroffen.

Im Volkswagen-Dieselskandal hat ein Gericht in den USA gegen einen Manager eine mehrjährige Haftstrafe verhängt. Teil des Bekenntnisses waren auch die Namen von sechs VW-Managern, darunter Oliver Schmidt.


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