Frankreich trauert um Sänger Johnny Hallyday, der mit 74 gestorben ist

Er galt bis zuletzt als einer der größten Stars im französischen Showbusiness.

Hallydays hagerem Gesicht waren die Exzesse seines Lebens anzusehen.

Seine Witwe Laeticia Boudou bestätigte die traurige Nachricht gegenüber der Nachrichtenagentur 'AFP': "Johnny Hallyday hat uns verlassen". Seine Ausflüge in die deutsche Sprache wie "Ja der Elefant" von 1961 und "Lass die Leute doch reden" von 1965 sind allerdings in Vergessenheit geraten. Musikalisch inspiriert wurde er von Größen wie Chuck Berry und Buddy Holly.

Bon-Jovi-Star Richie Sambora und Céline Dion waren die ersten Promis, die dem Sänger in den sozialen Medien Tribut zollten. "In Frankreich ist Hallyday unerreichbar", erklärte auch der Frontmann der britischen Rockgruppe The Rolling Stones, Mick Jagger.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb in einer Erklärung: "Wir haben alle etwas von ihm". Mit seiner Steuerflucht hingegen verprellte Hallyday viele.

In Frankreich ist Hallyday - mit richtigem Namen Jean-Philippe Smet - ein Nationalheld, den alle kennen und viele verehrt haben, eine Art "französischer Elvis". Als seine Eltern sich trennten, kümmerte sich eine Tante um den Jungen.

Seine erste Platte mit dem Dalida-Cover "T'aimer follement" brachte Hallyday im Jahr 1960 auf den Markt. Bereits drei Jahre später spielte er bei einem Freiluftkonzert in Paris vor 150.000 Zuhörern. Für Frankreichs Jugend wurde er zum Idol - verkörperte er doch im konservativen Frankreich der De-Gaulle-Ära den wilden Rock'n'Roll.

Von seiner sanften Seite zeigte sich Hallyday vor allem bei Gesprächen über seine Kinder, etwa die aus Vietnam adoptierten Töchter Jade und Joy. Er hatte vier Ehefrauen und zahllose Affären. 2006 ließ er sich im Schweizer Gstaad nieder.

In den vergangenen Jahren sorgte der Rocker vor allem mit Gesundheitsproblemen für Schlagzeilen. Nachdem er ein künstliches Koma und eine Darmkrebserkrankung überstanden hatte, ist er nun dem Lungenkrebs erlegen.


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