Köln-Chef über Stöger: "Im Nachhinein ist man klüger"

Blickt man auf die nackten Zahlen, fällt es nicht schwer, die Entlassung von Trainer Peter Stöger beim 1. FC Köln nachvollziehen zu können: Kein Sieg und nur drei Punkte aus 14 Spielen sind mit die schlechteste Bilanz aller Zeiten in 54 Jahren Fußball-Bundesliga (genau wie Duisburg 94/95 und 1860 München 77/78) und einfach klar zu wenig - übrigens nicht nur für eine Elf, die in der vergangenen Saison den fünften Tabellenplatz erreicht hat, sondern für jedes Team, das einigermaßen wettbewerbsfähig sein will in der Fußball-Bundesliga. So erzählen es sich FC-Insider in Köln. Das hat der Tabellenletzte der Fußball-Bundesliga einen Tag nach dem 2:2 beim FC Schalke 04 mitgeteilt. In der Vorsaison schafften die Kölner als Tabellenfünfter gar nach 25 Jahren Unterbruch erstmals wieder die Teilnahme am Europacup. "Am Freitag war klar, dass das Spiel auf Schalke unser letztes wird. Um sich voll auf diese wichtige Partie fokussieren zu können, haben wir entschieden, dies erst am Sonntag zu kommunizieren", erklärte Stöger in einer Vereinsmitteilung.

Laut Stöger war die Trennung bereits vor dem Spiel fixiert worden.

Nach dem Abschied von Sportchef Jörg Schmadtke Ende Oktober sei es ab Mitte November nach und nach zu einem Umdenkprozess bei den Verantwortlichen gekommen, sagte Wehrle. Vor dem Spiel in Mainz am 18. November (0:1) habe man Stöger mitgeteilt, dass man vorsorglich mit anderen Trainern Kontakt aufnehmen werde. "Dann haben sich Dinge verändert, auch beim Peter". Spinner betonte: "In dieser Stadt zu arbeiten ist nicht einfach für einen Trainer".

Der 45-jährige Ruthenbeck soll vorerst bis Weihnachten übernehmen. Leider ist diese Überzeugung jedoch trotz des positiven Resultats auf Schalke nicht mehr ausreichend vorhanden. "Deshalb halten wir es in der aktuellen Situation für unabdingbar, einen neuen Impuls zu setzen". Stöger war der bisher längstdienende Coach der Kölner Geschichte.

Bisher holte sich der FC bei der Suche nach erfahrenen Nachfolgern nur blaue Augen - sichtbar bei der Posse um die gescheiterte Verpflichtung von Horst Heldt von Hannover 96 und die sehr schnell publik gewordene Anfrage beim Ex-Kölner Fußballer Markus Anfang als neuen Trainer. Laut den Kielern war ein Wechsel aber bisher kein Thema. Der wich im TV-Sender Sky allen Fragen aus. "An mich ist niemand herangetreten".


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