Kremlchef Putin will Kandidatur weiter nicht bekanntgeben

Monatelang hat Putin sich bedeckt gehalten, jetzt redet er Klartext.

Russlands Staatschef Wladimir Putin will bei der Präsidentschaftswahl im März 2018 erneut antreten. Er ließ die Amtszeit des Präsidenten auf sechs Jahre verlängern und trat dann zurück, um Putin 2012 eine erneute Amtsübernahme zu ermöglichen.

Putin machte die von vielen erwartete Ankündigung bei einem Besuch im Autowerk GAZ.

"Ich werde meine Kandidatur für den Posten des russischen Präsidenten einreichen", sagte Putin.

Wenige Stunden vorher hatte er sich bei einer Jugendveranstaltung noch ausweichend geäußert. Trotzdem galt seine Bewerbung für die russische Öffentlichkeit seit langem als sicher.

Absehbare Gegenkandidaten sind wie bei den vorherigen Wahlen der Rechtspopulist Wladimir Schirinowski (71), der Kommunistenführer Gennadi Sjuganow (73) und der Liberale Grigori Jawlinski (65) von der Partei Jabloko. Mehrere Politiker und Personen des öffentlichen Lebens haben sich bereits als Kandidaten ins Gespräch gebracht, darunter die regierungskritische Journalistin Xenia Sobtschak. Die 36-Jährige sagt, sie stehe für einen echten politischen Wettbewerb und sei die "Kandidatin gegen alle". Sie solle eine Alternative zum Oppositionellen Alexej Nawalny sein, der wegen einer Bewährungsstrafe in einem Betrugsfall nicht kandidieren darf. Seine Zustimmungsrate liegt trotz wachsender Probleme in Russland wie Korruption und Armut bei offiziell etwa 80 Prozent.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum zeichnet sich allerdings eine geringe Wahlbeteiligung ab. Weniger als 60 Prozent der Befragten gaben an, wählen gehen zu wollen.

Bis dahin hatte Putin sich nicht festgelegt, ob er sich im Frühjahr wieder zur Wahl stellen wolle.


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