Oberstaatsanwalt geht von Vertuschungstat durch Polizisten aus

Die Akten zum fast 13 Jahre zurückliegenden Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh in einer Dessauer Polizeizelle werden dem Landtag zur Verfügung gestellt. Der zuständige Oberstaatsanwalt entwarf ein Szenario, wonach Beamte den Mann absichtlich angezündet haben könnten. Das berichtet zumindest die "Mitteldeutsche Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe). Seine These stützt Bittmann auf einen Brandversuch und mehrere Gutachten.

Auch nach umfangreichen Ermittlungen und zwei Landgerichtsprozessen ist unklar, wie der an Händen und Füßen gefesselte Mann aus Sierra Leone in der Polizeizelle ums Leben kam. Zu praktischen Ermittlungsschritten gegen Polizeibeamte kam es nicht, weil die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau das Verfahren im Mai durch Entscheidung von Generalstaatsanwalt Jürgen Konrad nach Halle abgeben musste. Jallohs Familie hatte Beschwerde dagegen eingelegt. Das Landesparlament will sich ebenfalls mit dem Fall und den Ermittlungen befassen.


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