Personenzug bei Meerbusch auf falscher Strecke

Der nahe Neuss verunglückte Personenzug hätte den betreffenden Gleisabschnitt nicht befahren dürfen.

Zugleich nahmen Bundespolizei und die Bonner Bundesstelle Ermittlungen zu Ursache und Hergang des Unfalls vom Dienstagabend auf.

Warum der Zug die Strecke bei Meerbusch dennoch befuhr, müsse nun geklärt werden, erklärte die Ermittlungsstelle. Dies sei keine Schuldzuweisung an den Lokführer, sagte Sprecher Gerd Münnich: Es müsse noch ermittelt werden, ob etwa die Signale falsch geschaltet gewesen oder vom Lokführer des Regionalzuges übersehen worden seien.

Nach dem schweren Zugunglück bei Düsseldorf mit mehr als 40 Verletzten haben erste Ermittlungen die Frage aufgeworfen, warum der auf einen Güterzug aufgefahrene Personenzug überhaupt auf dem Gleisabschnitt unterwegs war.

Demnach ergibt sich das Bild, dass der Güterzug ordnungsgemäß gehalten und auf das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath gewartet habe. Mit seiner Notbremsung habe er zudem Schlimmeres verhindert.

Die Fahrtenschreiber beider Züge seien sichergestellt und ausgelesen worden, teilte Münnich mit. Damit sei diese Strecke zwischen Krefeld und Köln für den nachfolgenden Verkehr eigentlich gesperrt gewesen. Eine Schadenshöhe von zwei Millionen Euro dürfe überschritten sein. "Es ist bei solchen Unglücken eigentlich immer im Nachhinein herausgekommen, wo das Problem lag", sagte ein Unternehmenssprecher.

Bei dem Unglück verkeilte sich der vordere Wagen des Personenzuges stärker, die weiteren Waggons entgleisten oder standen weitgehend unbeschädigt auf den Schienen. Er konnte gerettet werden, stand aber unter Schock. Die Reisenden berichteten von einem "großen Knall", der auf die Notbremsung folgte. Dann könne auch entschieden werden, wann die Strecke wieder in Betrieb genommen werden könne.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verfolgte die Lage am Abend, wie Regierungssprecher Steffen Seibert via Twitter mitteilte. Der habe sich, obwohl selbst deutlich mitgenommen, um die Fahrgäste gekümmert und geholfen, das alles ruhig abgelaufen sei. "Dank für den Einsatz der Rettungskräfte".


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