Wird der verdächtige Mörder der Joggerin für immer weggesperrt?

Catalin C. ist wegen der Tat aus dem Jahr 2014 in Freiburg zwar nicht angeklagt, die Richter interessieren sich aber trotzdem für den Fall.

Der im Fall Lucile in Kufstein dringend tatverdächtige Lastwagenfahrer sei auf Videoaufnahmen unweit des Tatorts am Wochenende des Mordes zu erkennen. Der Logistikpark befindet sich rund 20 Gehminuten vom Ort des Mordes entfernt. Ein Gutachter sagt nun, es bestehe Wiederholungsgefahr und spricht sich für eine Sicherungsverwahrung aus. Die Tatwaffe, eine Hubstange, wie sie zum Beispiel zum Anheben eines Lkw-Führerhauses genutzt wird, wurde schließlich im nahegelegenen Inn gefunden. Für die Ermittler gibt es keine Zweifel, dass der 40-Jährige in beiden Fällen der Täter ist. Er hatte sich am ersten Prozesstag als depressiv bezeichnet, der Mord an Carolin sei aus "Aggression" geschehen, nicht aus sexuellem Verlangen. "Mit mehreren wuchtigen Schlägen", wie Oberstaatsanwalt Tomas Orschitt ihm vorwarf. Aufgrund der vielen Parallelen zwischen den Morden an Carolin und Lucile sind die Ermittler überzeugt, dass Catalin C. auch den Mord in Tirol begangen hat.

Bisher hatte der Rumäne zu dem Fall in Kufstein öffentlich geschwiegen.

Zu einem offiziellen Geständnis im Mordfall Lucile hat ihn das allerdings immer noch nicht bewogen. Besonders brisant: Im Gerichtssaal wurde zuvor eine Videoaufzeichnung aus Kufstein vom Tattag präsentiert. "Er hat die ganze Zeit über nur nach unten geschaut", erzählt TT-Redakteur Marco Witting, der beim Prozess in Endingen vor Ort ist. Der Anwalt der Eltern und des Bruders von Carolin hatte am Freitag beantragt, dass auch die Ehefrau des mutmaßlichen Mörders, die in Rumänien lebt, als Zeugin geladen wird. Sie soll bei einer Zeugenaussage gesagt haben, dass sie über den Mord in Kufstein (an Lucile) Bescheid gewusst hat. Sie soll ihren Mann vor anderen massiv beleidigt haben. Nach dem Verfahren soll ihm jedoch auch noch in Österreich der Prozess gemacht werden.

Auch Prozess in Österreich? Ein Prozess in Österreich ist Justizangaben zufolge geplant, sobald das Freiburger Urteil rechtskräftig ist. Der Verdacht gegen den Mann werde zudem durch passende GPS- und Mautdaten seines Lastwagens untermauert. Wo der Angeklagte im Falle zweier Verurteilungen seine Strafe absitzen müsse, sei noch offen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Dies würden die Behörden beider Länder gemeinsam entscheiden, so die Anklagebehörde.


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