Belästigungsvorwürfe: US-Senator will zurücktreten

Er hatte sich mehrfach entschuldigt, doch das half nicht: Nach Druck aus den eigenen Reihen hat der demokratische US-Senator Al Franken seinen Rücktritt angekündigt - in den "kommenden Wochen".

Franken sagte nun, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe hätten ihn "schockiert" und "verstört".

Mehrere Frauen werfen dem Präsidenten auch sexuelle Übergriffe vor - was Trump aber nicht daran hinderte, Franken wegen der gegen diesen erhobenen Belästigungsvorwürfe heftig zu attackieren. Er gab seine Entscheidung im Senat in Washington bekannt. Der scheidende Senator beteuerte, einige der gegen ihn erhobenen Vorwürfe seien "einfach nicht wahr", an andere der von den Frauen beschriebenen Erlebnisse habe er eine andere Erinnerung. Allerdings verdienten es alle Frauen, "angehört" zu werden, und dass ihre Erfahrungen "ernst genommen werden". Er kündigte an, sich als Aktivist weiter politisch äußern zu wollen. Mehr als 30 der 48 demokratischen und unabhängigen Senatorinnen und Senatoren riefen ihn dazu auf, zurückzutreten. Auf dem Heimflug von Afghanistan soll er ihr zudem - für ein Foto posierend - an die Brüste gefasst haben, als sie geschlafen habe. Er spielte damit auf frühere Äußerungen Donald Trumps an.

Franken sagte, sein Rücktritt entbehre nicht einer gewissen Ironie, sitze doch im Weißen Haus jemand, der auf Tonband mit sexuellen Übergriffen geprahlt habe.

Vor zwei Tagen war der dienstälteste Abgeordnete im US-Kongress, der Demokrat John Conyers, ebenfalls nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung zurückgetreten. Auch der republikanische Senatsbewerber Roy Moore wird beschuldigt, mehrere Frauen in den siebziger Jahren als Minderjährige missbraucht zu haben.

Franken war vor seinem Einzug in den Senat 2008 Schauspieler und Schriftsteller.

Nach den Enthüllungen über den Hollywood-Manager Harvey Weinstein sind in den USA zahlreiche Anschuldigungen gegen mächtige Männer aus der Medien- und der Unterhaltungsbranche sowie aus der Politik laut geworden.


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