Jerusalem als Israels Hauptstadt: Merkel "unterstützt US-Haltung nicht"

Der US-Präsident hatte am Mittwoch in einem historischen Alleingang Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt. "Sie verstößt gegen internationales Recht und alle Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates". Der Status von Jerusalem müsse im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung ausgehandelt werden. "Und deshalb wünschen wir uns die Belebung eines solchen Prozesses, sind aber mit der Entscheidung gestern Abend in dem Zusammenhang nicht einverstanden", sagte die CDU-Vorsitzende.

Cem Özdemir von den Grünen kritisiert Trump scharf: "Trumps Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, belehrt all diejenigen eines Besseren, die an eine Mäßigung des außenpolitisch irrlichternden Präsidenten durch sein Amt geglaubt haben", erklärt er. Es rief alle seine Diplomaten dazu auf, von nicht unbedingt erforderlichen Reisen nach Israel, Jerusalem und ins Westjordanland vorerst abzusehen.

Die britische Regierung kritisierte die Entscheidung Trumps als "nicht hilfreich" für die Friedensbemühungen in der Nahost-Region. "Das war zwar immer schon eine politische Fata Morgana, aber auch die wurde mit dieser Entscheidung Trumps zunichte gemacht", stellte das Ministerium fest. "Es gibt keinen Plan B". Grund ist, dass die Palästinenser Anspruch auf den von Israel besetzten Ostteil erheben.

Das türkische Außenministerium kündigte unterdessen an, die Entscheidung Trumps werde ausführlich beim Sondergipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) besprochen.

Israels Präsident Reuven Rivlin: "Es gibt kein passenderes oder schöneres Geschenk, jetzt, wo wir uns 70 Jahren Unabhängigkeit des Staates Israel nähern", sagte Rivlin. Die Türkei hat derzeit den Vorsitz der OIC inne.

Erdogan und der jordanische König Abdullah II. hatten kurz vor der Erklärung Trumps vor einer Eskalation der Gewalt im Nahen Osten im Fall einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels gewarnt.


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