Streit um die Stadt Jerusalem

FOCUS Online erklärt, warum der Status Jerusalems eine zentrale Rolle im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern einnimmt.

Für Muslime: Vor Mekka war die Gebetsrichtung der Muslime nach Jerusalem ausgerichtet.

Der Name bedeutet "Stadt des Friedens" (vom hebräischen Schalom). Auf seinem Gipfel stand einst ein jüdischer Tempel. In einer Hauptstadt treffen Politiker in der Regel die wichtigsten Entscheidungen. Davids Sohn, König Salomo, errichtete den ersten Tempel, der ebenso wie der zweite zerstört wurde.

Im Jahr 2000 besuchte der spätere israelische Premierminister Ariel Sharon den Tempelberg. Bis heute sagen die Juden am Passahfest "Nächstes Jahr in Jerusalem!".

Etwa 32 n. Chr. ließ der römische Präfekt Pontius Pilatus hier Jesus Christus, der u. a. auf den Stufen des Tempels gepredigt hatte, am Kreuz hinrichten. Weder Muslime noch Juden wollen ihren Anspruch auf Jerusalem aufgeben, da sich dort die wichtigsten Heiligtümer ihrer Religionen befinden. Vom Herodes-Tempel blieben nur Grundmauern stehen, die heutige Klagemauer, Heiligtum der Juden.

Die Juden flüchteten in die Diaspora, kehrten dann viele Jahre später zurück. Inzwischen gab es in der Stadt auch eine christliche Bevölkerung. 637 eroberte eine arabische Armee Jerusalem, die von den Juden als Befreier von Rom angesehen wurde. Den Christen wurde der Abzug aus der Stadt zugesichert. Auf dem Tempelberg steht neben dem Felsendom die Al-Aqsa-Moschee, nach Mekka und Medina die drittwichtigste Moschee im Islam. 570-632), der selbst nie in Jerusalem war, erhielt die Stadt in dieser Zeit auch für Muslime religiöse Bedeutung. Doch schon 1187 vertrieb Sultan Saladin die Kreuzritter wieder aus der Stadt, die sie für das Zentrum der Welt hielten. Erst die Briten machten Jerusalem 1920 zum Sitz ihrer Mandatsverwaltung und damit zur Hauptstadt.

In den vergangenen Jahren hat Israel Fakten geschaffen und zum Beispiel auf palästinensischem Gebiet östlich der Stadt neue Siedlungen gebaut.

Der Uno-Teilungsplan für Palästina von 1947 sah vor, Jerusalem unter internationale Verwaltung zu stellen. Der wurde nie umgesetzt, da die arabischen Staaten ihn als unzumutbaren Verzicht ablehnten.

1950 rief Israel Jerusalem als ewige Hauptstadt aus. Sondern er gibt Israel Recht, dass Jerusalem dessen Hauptstadt ist.

Für Juden: Die Klagemauer ist für die Juden ein heiliger Ort. Im Herbst 2015 verschanzten sich Palästinenser vor dem jüdischen Neujahrsfest in der Al-Aqsa-Moschee.

Die Klagemauer in Jerusalem.

1980 verabschiedete die Knesset das Jerusalemgesetz, welches beide Teile der Heiligen Stadt nebst Vororten zusammenfasst und als untrennbare Hauptstadt Israels bezeichnet.

1988 gab Jordanien seine Besatzung Ostjerusalems auf.

Israelische Regierungsvertreter machen geltend, dass Jerusalem seit 3000 Jahren die Hauptstadt des jüdischen Volkes und seit 70 Jahren die Hauptstadt Israels sei. Hier könnte die Botschaft einziehen.


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