Zugunglück: Lokführer erhielt vor dem Crash Fahrauftrag

Obwohl die Strecke bei Meerbusch noch nicht frei war, durfte die Regionalbahn bereits weiterfahren.

Wie ein Sprecher der Bundesstelle für Eisenbahn- Unfalluntersuchungen in Bonn mitteilte, hatte der Lokführer des Regionalexpresses einen Fahrauftrag erhalten, obwohl die Strecke noch nicht frei war. Ein Fahrauftrag hebe ein Halte-Signal auf. Das bedeute aber noch nicht, dass das Unglück auf einen Fehler der Fahrdienstleitung zurückgehe, hieß es weiter. Auch technische Ursachen seien nicht ausgeschlossen. "Das kann lange dauern". Inzwischen stehe zudem fest, dass der Güterzug, auf den der Personenzug auffuhr, gerade wieder angefahren war. Weil der Güterzug zuvor das Signal zur Einfahrt in den Bahnhof Meerbusch-Osterath erhalten hatte, wurde der Aufprall aktuellen Erkenntnissen zufolge gemildert.

Die Fahrtenschreiber beider Züge sind sichergestellt und ausgelesen worden. Auch in den Stellwerken wurden Informationen gesichert, der Bahnfunkverkehr wurde aufgezeichnet. Die Strecke bei Neuss ist weiterhin gesperrt. Dann könne auch entschieden werden, wann die Strecke wieder in Betrieb genommen werden könne.

Am Dienstagabend war bei Meerbusch in Nordrhein-Westfalen ein Regionalexpress auf einen Güterzug gefahren, der nach aktuellem Erkenntnisstand gerade am Anfahren war. Sie berichteten am Donnerstag von "mehr als 50 Verletzten" unter den nach jüngsten Angaben mehr als 180 Passagieren in dem Zug. 173 Menschen - darunter die Verletzten - mussten in dem Zug lange ausharren, bis auch die Gefahr einer herabgerissenen Oberleitung mit 15 000 Volt Hochspannung gebannt war.

Der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, forderte mehr Investitionen in die Bahnsicherheit. "Wünschenswerter wären flächendeckend höhere technische Systeme", sagte er der "Rheinischen Post".


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