Deutscher Orgelbau ist Unesco-Kulturerbe

Die internationale Kulturorganisation Unesco teilte am Donnerstag mit, die "Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers" werde auf die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Funghi, Prosciutto oder Hawaii: Die Pizza ist seit Jahrzehnten beliebt, gleich in welcher Ausführung.

Die Basler Fasnacht ist für die Unesco "eine äusserst vielfältige und lebendige Tradition", welche Musik, mündliche Ausdrucksformen und Handwerk vereine. "Vittoria!" ("Sieg!") schreibt ein euphorischer Maurizio Martina auf Twitter, seines Zeichens Minister für Landwirtschaft und Ernährung in Rom. Aus den Niederlanden wurden die Wind- und Wassermühlen mitsamt dem Müllerhandwerk zum Immateriellen Kulturerbe erklärt, aus Portugal das Tonfiguren-Handwerk in Estremoz und aus Griechenland die musikalische Aufführungspraxis Rebetiko mit Gesang und Tanz. Italien will mit der Aufnahme auf die Liste ein Zeichen gegen den Vormarsch der Tiefkühlpizza setzen.

Tradition von Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland zählt jetzt zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit.

Durch die Aufnahme in die Unesco-Liste werde die Bedeutung dieses jahrhundertealten kulturellen Erbes gebührend gewürdigt, so Grütters weiter. 400 handwerkliche Orgelbaubetriebe mit etwa 2.800 Mitarbeitern, 180 Auszubildende sowie 3.500 hauptamtlichen und zehntausenden ehrenamtlichen Organisten prägen das Handwerk und die Kunst des Orgelbaus und der Orgelmusik in Deutschland.

Zudem wollen die stolzen Neapolitaner ein Zeichen setzen gegen Tiefkühl- und Industrieware: Die Anerkennung der traditionellen Pizza sei "ein Triumph der authentischen Handwerkskunst über die weltweite Produktion von Lebensmittel-Großkonzernen", heißt es in einer Petition, die rund zwei Millionen Menschen unterzeichnet haben. Auch das irische Dudelsackspiel "Uilleann Piping" wurde geehrt. Der auf der südkoreanischen Insel Jeju tagende Unesco-Ausschuss beschäftigte sich auch mit Anträgen für die Liste vom Aussterben bedrohter Kulturformen.


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