British Airways greift nach Niki

Die Holding ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur der Bieter, mit dem exklusiv über einen endgültigen Kaufvertrag verhandelt wird.

Unterdessen sitzen in der Schweiz ehemalige und aktuelle Mitarbeiter der inzwischen eingestellten Ex-Air-Berlin-Tochter und Niki-Schwester Belair auf Lohn- und Sozialplanforderungen, wie die Schweizer Plattformen "Travel Inside" und "Aerotelegraph" berichten.

Vueling wäre nach Easyjet die zweite große Billigairline, die nach der Air-Berlin-Pleite massiv in den deutschen Markt einsteigt. Wöhrl hatte sich in der ersten Bieterphase für die komplette Air Berlin interessiert. Die Verhandlungen mit vier Interessenten laufen auf Hochtouren, denn es bleibt wenig Zeit für eine Einigung.

Am 12. Oktober fällt die Entscheidung. Dieser brachte die nunmehr dba genannte Airline zunächst wieder in die Gewinnzone und verkaufte sie letztlich 2006 an den Wettbewerber Air Berlin.

Hoffnung für die rund 790 NIKI-Mitarbeiter in Österreich: Sie sollen bald die Dezembergehälter auf den Konten haben. Einen Tag später stellte Niki den Flugbetrieb ein. Die über 200 deutschen Mitarbeiter haben ihr Insolvenzgeld für Dezember schon bekommen. Der Flugbetrieb war mit Finanzspritzen der Lufthansa aufrechterhalten worden. Fest steht mittlerweile auch, dass ein Niki-Käufer ab Anfang Jänner praktisch sofort die laufenden Kosten decken muss - also auch die Gagen von übernommenen Beschäftigten.

Im Verkaufsverfahren der insolventen Fluggesellschaft Niki zeichnet sich erneut eine überraschende Wende ab. Die Argumentation der Fluglinie, sie habe die Preise nicht erhöht, sondern das computerbasierte System habe diese automatisch der gestiegenen Nachfrage angeglichen, wollte der Präsident des Kartellamts in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" nicht gelten lassen.

Bislang wird in der Branche vermutet, dass IAG Niki bei ihrem Billigflieger Vueling eingliedern will. Die Gruppe um British Airways und Iberia ist Europas drittgrößter Luftfahrtkonzern.

Er habe alleine ein Angebot für Niki unterbreitet, so der Niki-Gründer und Flugunternehmer. Es ist zwar nicht gesichert, ob er im engeren Kreis ist. Neben IAG und Lauda hatten nach Aussage von Insidern und Medienberichten auch der Reisekonzern Thomas Cook mit seiner Tochter Condor sowie der Reisekonzern TUI Gebote abgeliefert.

Auch der heimischen Politik liegt daran, dass NIKI ein österreichisches Unternehmen bleibt.

"Die EU-Kommission hatte uns mitgeteilt, egal auf wie viele Start- und Landerechte wir verzichten, sie würde den Kauf in der sogenannten Phase 1 nur unter der Auflage genehmigen, dass wir Niki umgehend weiterverkaufen". Diesbezüglich äusserte sich übrigens Lufthansa-CEO CArsten Spohr in der "Frankfurter Allgemeinen" folgendermassen: "Ich sehe ausser uns keinen potenziellen Käufer, der die Niki im Ganzen erwirbt und ihren Betrieb nachhaltig finanziert". "Darauf konnten wir uns natürlich nicht einlassen".


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