Fahrer, der in SPD-Zentrale gerast ist, war wütend über Volkszählung

Während in vielen Familien die Vorbereitungen für das Fest auf Hochtouren liefen, packte ihn die Wut: Mit dem Auto raste ein 58-Jähriger am 24. Dezember in die SPD-Zentrale in Berlin.

Das Motiv laut Staatsanwaltschaft: Der 58-Jährige war verärgert darüber, dass er am Mikrozensus teilnehmen sollte. Deshalb war gegen ihn ein Zwangsgeld verhängt und Ordnungshaft angedroht worden.

Er wollte nach eigenen Angaben "ein Zeichen setzen, gegen die für die Gesetzgebung der Volkszählung verantwortlichen Parteien", sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Diese Nachricht wurde am 29.12.2017 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Über das Tatmotiv hatte zunächst der Spiegel berichtet.

Für die jährlich durchgeführte Erhebung über den Bevölkerungsstand werden stichprobenartig Haushalte in ganz Deutschland ausgewählt, die zu Alter, Geschlecht sowie Beschäftigungsverhältnis und Wohnsituation befragt werden. Die Befragten müssen antworten, sonst droht ein Zwangsgeld. Alle Daten werden laut Datenschützern strikt anonymisiert. In dem Auto fanden die Ermittler Gaskartuschen und Benzinkanister. Der Mann befinde sich in Untersuchungshaft.

Er hatte an Heiligabend sein Auto ins Willy-Brandt-Haus, die Parteizentrale der Sozialdemokraten, gesteuert. Die Sprinkleranlage startete laut Polizei sofort und löschte die Flammen. Zuvor hatte der Mann am Konrad-Adenauer-Haus, der Bundesgeschäftsstelle der CDU, eine Tasche mit Gaskartuschen und Grillanzünder abgestellt.

Bei seiner Amokfahrt wurde der Mann am Kopf verletzt, er musste in eine Klinik gebracht werden.


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