Kabul: IS reklamiert Anschlag mit Dutzenden Toten für sich

Zuvor hatte er von 40 Toten und 30 Verletzten gesprochen.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul wurden bei einem Anschlag auf eine Nachrichtenagentur und ein schiitisches Kulturzentrum gestern Dutzende Menschen getötet. Die Tat sei von einem Mitglied ausgeführt worden, berichtete das IS-Sprachrohr Amaq am Donnerstag unter Berufung auf IS-Kreise.

Wie das Innenministerium mitteilte, lösten mehrere Selbstmordattentäter vor einem Kulturzentrum eine Explosion aus. Das im Internet verbreitete Bekennerschreiben konnte vorerst aber nicht unabhängig auf seine Echtheit überprüft werden. Dort fand gerade eine Podiumsdiskussion zum 38. Jahrestag des Einmarsches der Sowjetunion in Afghanistan statt. Hunderte Menschen wurden dabei getötet und verletzt. Die radikalislamischen Taliban teilten im Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass sie nicht hinter der Tat steckten.

In Kabul hatte die Zahl der Anschläge zuletzt stark zugenommen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) reklamierte das Attentat für sich. Die Hauptstadt gilt inzwischen als einer der gefährlichsten Orte für Zivilisten in Afghanistan.

Auch Medien werden in Afghanistan immer wieder zum Ziel von Anschlägen. Im November wurde ein privater TV-Sender angegriffen.

Der Anschlag geschah in einem schiitischen Viertel der Stadt. Während der IS in seinen ursprünglichen Kernregionen in Syrien und im Irak so gut wie besiegt ist, sehen Beobachter die Gruppe im instabilen Afghanistan besser Fuß fassen.


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