Weniger Gewalt gegen Flüchtlinge - aber viele Fälle in Ostdeutschland

Berlin. Bundesweit gibt es jeden Tag durchschnittlich mehr als vier flüchtlingsfeindliche Straftaten.

Die Gewalt gegen Flüchtlinge hat im ablaufenden Jahr 2017 abgenommen. Demnach gab es 2017 in Deutschland 1713 Straftaten gegen Geflüchtete. Rassistische Gewalt gegen Asylsuchende bleibe ein deutschlandweites Problem.

Gemessen an der Einwohnerzahl seien die ostdeutschen Bundesländer Spitzenreiter bei Straftaten gegen Flüchtlinge.

Weniger Gewalt gegen Flüchtlinge - aber viele Fälle in Ostdeutschland

Dabei führe Brandenburg mit 85 Fällen je einer Million Einwohner die Liste an, gefolgt von Sachsen mit 61 Fällen und Sachsen-Anhalt mit 55 Fällen. Die Länder mit den niedrigsten Fallzahlen waren Hamburg (7), Nordrhein-Westfalen (5) und Bremen (3). Zu den Beispielen aus Norddeutschland gehört der fremdenfeindliche Angriff in Neubrandenburg, bei dem einem Flüchtling mit dem Hammer ins Gesicht geschlagen wurde.

Unter den insgesamt 1.713 Fällen befanden sich den Angaben zufolge 23 Brandanschläge und 1.364 sonstige Übergriffe wie Sprengstoffanschläge, Steinwürfe, Schüsse, aber auch Hakenkreuz-Schmierereien, andere Formen von Volksverhetzung und weitere Hass-Propaganda. Weiterhin werde versucht, mit Anschlägen auf in Bau befindliche Unterkünfte den Zuzug von Geflüchteten zu verhindern, hieß es. Dies berichtet die Stiftung Amadeu Antonio und Pro Asyl. Die beiden Organisationen fordern ein Bleiberecht für Opfer rassistischer Gewalt, damit sie ihre Rechte in Ermittlungsverfahren wahrnehmen und die Täter rechtskräftig verurteilt werden könnten. Die Amadeu Antonio Stiftung und Pro Asyl haben für die Chronik Zeitungsartikel, Polizeimeldungen und Meldungen bei regionalen Beratungsstellen zusammengetragen. Zwar lägen die Zahlen für das Gesamtjahr erst gegen Ende Januar vor. Diese enthalte dann das bislang fehlende vierte Quartal und erfahrungsgemäß zahlreiche Nachmeldungen. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen auf.


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