Proteste im Iran rufen USA auf den Plan

Die Nachrichtenagentur Fars berichtet von Versammlungen an mindestens sechs Orten.

► Am Donnerstag hatte es in drei Städten der nordostiranischen Provinz Chorassan Rasawi Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit sowie die iranische Nahostpolitik gegeben.

Auf Videos in den sozialen Netzwerken waren unterdessen auch Demonstranten zu sehen, die politische Slogans gegen den regierenden Klerus skandierten - etwa "Mullahs schämt euch, lasst unser Land in Ruhe". Hamedani sagte, die Demonstranten seien "von Propaganda beeinflusst" und wüssten nicht, dass die meisten Protestaufrufe "aus dem Ausland" stammten.

Wegen einer begrenzten Berichterstattung iranischer Medien über die Proteste ließen sich die Augenzeugenberichte zunächst nicht unabhängig verifizieren. Auch von einer Krisensitzung des Kabinetts unter Rohanis Leitung war die Rede.

Die Proteste hatten am Donnerstag in der Großstadt Maschhad begonnen und sich am Freitag in der Hauptstadt Teheran und Kermanschah im Westen des Landes fortgesetzt.

Teheran - Im Iran ist es am Freitag erneut zu Protesten gegen Arbeitslosigkeit und hohe Preise gekommen. "Für solche Proteste gibt es keine Erlaubnis", sagte der Sicherheitschef des Teheraner Gouverneuramtes, Mohsen Hamedani. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna vermeldete, "konterrevolutionäre Elemente" seien über die sozialen Netzwerke aufgehetzt worden. Laut Augenzeugen in Rascht, einer Stadt am Kaspischen Meer, nahmen Hunderte von Menschen an den Protesten teil. Die Sicherheitsbehörden warnen auch nun wieder vor weiteren Protesten und kündigten ein hartes Durchgreifen der Polizei an. 52 Demonstranten seien festgenommen worden, wurde offiziell vermeldet.

Vizepräsident Ishagh Dschahangiri warf den Kundgebungsteilnehmern vor, die Proteste angestiftet zu haben. Festgenommen worden seien nur diejenigen, die materielle Schäden anrichten wollten. Dies erkläre auch die "Nieder-mit-Rouhani"-Rufe einiger Demonstranten".

Augenzeugen berichten, die Demonstranten hätten auch Rohanis Nahostpolitik kritisiert mit der Begründung, dadurch komme es immer wieder zu internationalen Sanktionen gegen ihr Land. Weiterhin riefen sie "Wir sind Arier, keine Araber" und "Statt Lösungen für Syrien Lösungen fürs eigene Land". Die iranische Führung habe "ein Land mit einer reichen Geschichte und Kultur in einen Schurkenstaat im Niedergang verwandelt, der vor allem Gewalt, Blutvergießen und Chaos exportiert", sagte Außenamtssprecherin Heather Nauert. Die Regierung habe mit Unterstützung der Palästinenser, Syriens und des Libanons die nationalen Interessen des eigenen Landes untergraben und das Leben der Menschen erschwert, so die Kritiker.


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