AKW Gundremmingen geht vom Netz

Im Rahmen des deutschen Atomausstiegs geht ein weiterer Meiler vom Netz. Laut Betreiber (RWE zu 75 Prozent, PreussenElektra zu 25 Prozent) hat Block B insgesamt rund 330 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt - so viel wie ein halber Jahresbedarf der Bundesrepublik.

Block C in Gundremmingen soll noch bis Ende 2021 laufen. Wie ein Sprecher des Kraftwerks ankündigte, wird der Reaktor voraussichtlich am Nachmittag heruntergefahren.

Das Ende des im März 1984 in Betrieb genommenen Blocks B in Gundremmingen steht seit Jahren fest. Die Atomkraftgegner fordern, dass auch Block C für immer abgeschaltet werden soll.

Die Bundesregierung hatte sich im Sommer 2011 unter dem Eindruck der Katastrophe im japanischen Fukushima auf den kompletten Atomausstieg geeinigt. Gundremmingen war bisher der letzte Standort in Deutschland mit noch zwei aktiven Reaktoren. Es sei der gleiche Reaktortyp wie in Fukushima und die verwendeten Mox-Brennelemente enthielten besonders viel gefährliches Plutonium, sagt die Naturschutzorganisation BUND in Bayern. Das wollen die Atomkraftgegner schon heute feiern - mit einem "Abschaltfest". Am Sonntag trifft man sich um 12 Uhr direkt am Kernkraftwerk zu einer Mahnwache.

Bereits in wenigen Monaten soll mit der Demontage von Block B begonnen werden. Die Kraftwerksverantwortlichen begründen den schnellen Abbau noch während der Betriebszeit von Block C damit, dass dann die bisher für den Betrieb benötigten Mitarbeiter ohne Unterbrechung weiterbeschäftigt werden könnten. Noch fehlt jedoch die Genehmigung des bayerischen Umweltministeriums für den Rückbau. Die Betreibergesellschaft des Kernkraftwerks rechnet im Laufe des Jahres 2018 damit.


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