Silvester mit Hund: Tipps zur Beruhigung des Hundes

Ein Interview mit Christian Prachar, Veterinär in der Tierklinik Northeim. Der Krach ist besonders für sie belastend, da sie ein feineres Gehör haben als Menschen.

Idealerweise sollte für Hunde, Katzen, Vögel, Meerschweinchen und andere Kleintiere ein ruhiger Platz in einem Raum geschaffen werden, der nicht direkt zur Straßenseite liegt.

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Fast jeder Hund fürchtet sich vor der Knallerei.

Wie kann ich mein Haustier schützen?

Am sichersten fühlt sich das Tier in seiner gewohnten Umgebung. Rückzugsorte wie der Lieblingsschlafplatz sorgen für weitgehende Entspannung. Wenn man die Fenster abdunkelt, wirken weniger ungewohnte Reize auf die Tiere ein.

Haben Sie einen speziellen Tipp für Hundebesitzer? Am besten geht man noch in einer ruhigeren Phase Gassi, wenn die Knallerei noch nicht angefangen hat.

Und was raten Sie Katzenbesitzern? Im Dunkeln sollte man dann zuhause bleiben. So kann man in der Silvesternacht die Fenster so abdunkeln, dass der Hund die Blitze vom Feuerwerk nicht mehr sieht, auch der Fernseher oder ein Radio können angenehmere Hintergrundgeräusche bilden.

Welche Tiere gilt es noch zu schützen - und wie?

Steht kurzfristig ein angstauslösendes Geräuschereignis wie Silvester bevor, können folgende Maßnahmen dazu beitragen, dass der Hund oder die Katze die Situation möglichst angstfrei übersteht. Auch Pferde können ausgeprägte Stressreaktionen zeigen. Geben Sie ihrem Vierbeiner die Nähe die er sucht.

Christian Prachar, Tierarzt in der Tierklinik Northeim. Häufig reagieren sie mit Angst oder geraten in Panik und laufen davon. Durch eine nachfolgende Belohnung wird der Hund diese Reaktion zusätzlich verstärken. Hilfreich könne es sein, gewohnte Spielrituale durchzuführen, die die Haustiere ablenken.

Wildtiere sind sehr empfindlich. Vor allem im Winter müssen diese Tiere angesichts der Nahrungssituation umso schonender mit ihren Reserven umgehen, Aufschrecken und Weglaufen durch Silvesterknallerei stellen eine große Belastung dar. "Also nicht hektisch werden und am besten auch nicht selbst vor die Tür gehen, um zu knallen". Auch ganz normale, lange Wunderkerzen können erfreuen.

5 Das Tier auf laute Geräusche trainieren. Insgesamt hilft es den Tieren, wenn die übliche Tagesroutine eingehalten wird. Ein positiver Effekt kann aber nicht garantiert werden. Der Griff zum Beruhigungsmittel sollte immer die letzte Wahl sein. Hier ist eine gründliche Untersuchung des Tieres zwingend notwendig, damit der Tierarzt sicher sein kann, dass Kreislauf, Nieren- und Leberfunktion ungestört sind.


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