Zulieferer Bosch und Continental steigen bei Here ein

Here wiederum könne sein Geschäft mit der starken Präsenz von Bosch und Conti in Amerika, Asien und Europa global ausbauen, erklärte Here-Chef Edzard Overbeek.

Die beiden Zulieferunternehmen möchten die Technologien und Dienste von Here nutzen, um ihr eigenes Angebot, etwa im bereich autonomes Fahren, zu erweitern.

Die Hersteller Audi, BMW und Daimler hatten das niederländische Unternehmen 2015 vom finnischen Telekomausrüster Here für 2,8 Milliarden Euro gekauft, um bei der Schlüsseltechnologie nicht von Navigationsdaten von Google abhängig zu werden. Bosch will mit dem Einstieg sein Service-Geschäft stärken, und Here kommt mit Bosch-Unterstützung seinem Ziel ein Stück näher, zum Anbieter datenbasierter Echtzeit-Dienste auch außerhalb der Automobilindustrie zu werden. Im Automobilbereich will Bosch, ähnlich wie auch Continental, die Karten mit Sensordaten und Echtzeitinformationen verbessern. Sollten die Kartellbehörden dem Deal zustimmen, soll er noch im ersten Quartal 2018 abgeschlossen werden. Mit Hilfe der HD-Live-Map von Here, einer cloudbasierten Karte für automatisierte Fahrzeuge, planen die Unternehmen gemeinsam Systeme zu entwickeln, die neue Anwendungen und Weiterentwicklungen für die Fahrzeugautomatisierung und Mobilitätsdienste ermöglichen. Im vergangenen Jahr ging Here daneben mit einem halben Dutzend IT- und Elektronikkonzernen Kooperationen ein, darunter der US-Grafikdaten-Spezialist Nvidia oder die chinesische Suchmaschine Baidu. Darüber hinaus sollen Verbesserungen in der Positionsbestimmung eines Fahrzeugs auf der Straße erzielt werden, genauso wie in der dynamischen Pflege und Aktualisierung der dafür benötigten Informationen. Das gilt für den Non-Automotive-Bereich sowie vor allem auch für den Automobilsektor und die zunehmend vernetzte und automatisierte Mobilität.

Wie genau das funktionieren kann, zeigt Bosch mit seiner Straßensignatur. So wollen Continental und Here beispielsweise die Möglichkeiten einer präziseren elektronischen Voraussicht (eHorizon) für Fahrerassistenzsysteme erforschen. Hingegen würde man eher auf strategische Partnerschaften setzen. Bosch und Continental haben ihre Beteiligung indirekt über diese drei Anteilseigner erworben. Auch der Chiphersteller Intel ist an Here beteiligt.


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