EZB trennte sich von Steinhoff-Anleihen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich von Anleihen des ins Schlingern geratenen südafrikanisch-deutschen Möbelkonzerns Steinhoff mit Verlust getrennt. Bekanntlich beschränk sich die EZB im Rahmen des CSPP-Ankaufsprogramms auf Anleihen, die mindestens ein Rating im Qualitätsbereich Investment Grade aufweisen.

Auch eine EZB ist offensichtlich vor Fehlentscheidungen beim Anleihekauf nicht gefeit, wie der Erwerb von Steinhoff-Anleihen zeigt. Gemäß den eigenen Regeln hätte die EZB höchstens 70 Prozent einer einzelnen Unternehmensanleihe erwerben dürfen. In Marktkreisen geht man davon aus, dass sie einen oberen zweistelligen Millionenbetrag investiert hatte. Die EZB kauft grundsätzlich keine Unternehmensanleihen, die als Ramsch bewertet werden. Die Notenbank hält sich aber offen, ob sie Papiere verkauft, wenn diese vor Ende ihrer Laufzeit die Mindestkriterien nicht mehr erfüllen. Es sei aber nun ein kleines Minus-Geschäft gewesen. In Deutschland laufen seit längerem Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen gegen die Nummer zwei im weltweiten Möbelhandel hinter Ikea.

Nach dem Hochkochen eines Bilanzskandals und dem Abgang des Chefs bei Steinhoff hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Unternehmens auf Ramschniveau abgestuft. Die Ratingexperten sehen damit ein hohes Ausfallrisiko bei den Krediten des Unternehmens.


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