Warnstreiks der IG Metall haben begonnen

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn und das Recht für jeden Beschäftigten, seine Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang von 35 auf 28 Stunden pro Woche zu verkürzen, mit teilweisem Lohnausgleich. Die IG Metall will mit den Protesten ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn und befristeten Arbeitszeitverkürzungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie Nachdruck verleihen.

Mit ihrer am Montag begonnenen bundesweiten Warnstreikwelle will die IG Metall vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen am Donnerstag in Böblingen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft droht neben stundenweisen Arbeitsniederlegungen zudem erstmals auch ganztägige Warnstreiks an. Die Tarifregelung läuft erst Ende Juni aus. Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder sowie pflegende Familienangehörige sollen einen Teillohnausgleich erhalten, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren - was die Arbeitgeber kategorisch ablehnen. Das solle ab Januar gelten bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das Angebot, das die Arbeitgeber der IG Metall gemacht haben, sieht Lohnzuwächse von zwei Prozent plus eine Einmalzahlung vor. Am Donnerstag will der IG-Metall-Bundesvorsitzende Jörg Hofmann vor BMW-Beschäftigten in München sprechen.

Leipzigs IG-Metall-Chef Bernd Kruppa sagte der "Leipziger Volkszeitung", die Wirtschaft brumme, die Auftragsbücher seien voll, die Prognosen für 2018 gut. Diese wiederum lehnten die Forderungen der Gewerkschaft nach Flexibilisierung der Arbeitszeiten mit seltener Schärfe ab. Auch bei Ford, Bosch, Schaeffler und Hage sind laut sr.de gewerkschaftliche Aktionen angekündigt.

Die von der Gewerkschaft vorgeschlagenen Regelungen zur Teilzeitarbeit mit Lohnausgleich werden in einem vom Arbeitgeberverband Gesamtmetall bestellten Gutachten als rechtswidrig eingestuft. Die Gewerkschaft kann zu 24-Stunden-Warnstreiks aufrufen, muss aber vor regulären Streiks in einer Urabstimmung ihre Mitglieder befragen. Dort sollten sich 32 Betriebe an Arbeitsniederlegungen beteiligen. "Dieser Versuch wird ab heute vor den Werkstoren beantwortet", sagte er. Sie sei ein "Sprengsatz" für die Verhandlungen.

Ein unbefristeter Arbeitskampf in den auf Hochtouren laufenden Schlüsselbranchen wie Auto, Maschinenbau und Elektro wäre für die Unternehmen schmerzhaft und durchaus außergewöhnlich.

Die ersten Streiks finden nun noch vor dem Beginn der dritten Verhandlungsrunde statt.

Die IG Metall lässt sich bislang nicht beeindrucken und kündigt an, die Warnstreiks auszuweiten. In der Vergangenheit wurde dieses Mittel von der Gewerkschaft häufig dann eingesetzt, wenn es um Arbeitszeit-Konflikte ging.


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