Weißes Haus: NSA wusste nichts von Chip-Schwachstelle

Intel, Microsoft und Apple betonten, dass nach ihren Erkenntnissen die Schwachstelle noch nicht für Angriffe ausgenutzt worden sei. Er führte einst selbst die NSA-Abteilung, die auf das Eindringen in Computersysteme spezialisiert ist.

Durch die in der vergangenen Woche bekannt gewordene, u.a. von Forschern der TU Graz entdeckte Sicherheitslücke können zumindest theoretisch auf breiter Front Daten abgeschöpft werden.

Die Schwachstellen stecken in einem branchenweit angewendeten Verfahren, deswegen sind Prozessoren verschiedenster Hersteller betroffen. Bisher sind keine Schadprogramme bekanntgeworden, die die Sicherheitslücken ausnutzen.

Für einen Geheimdienst wäre die Angriffsmethode umso wertvoller, da sie in den üblichen Log-Dateien keine Spuren hinterlässt. Die NSA ist für ausufernde Ausspäh-Aktivitäten rund um die Welt berüchtigt, spätestens seit ihr Ex-Mitarbeiter Edward Snowden im Jahr 2013 geheime Programme offengelegt hatte.

Nach Bekanntwerden der schwerwiegenden Sicherheitslücke bei Computer-Prozessoren gibt es erste Klagen von Verbrauchern in den USA. Drei Klagen sind bislang in den Bundesstaaten Kalifornien, Indiana und Oregon eingereicht worden. Die Kläger wollen, dass daraus Sammelklagen werden, dann könnten sich andere Verbraucher anschließen.

Tech-Firmen sind gerade dabei, die seit Jahren bestehende Schwachstelle in den Computerchips - so gut es geht - mit Software-Aktualisierungen dichtzumachen. Komplett kann man das Problem nach Ansicht von Experten aber nur lösen, wenn man den Prozessor austauscht. Einige der Kläger argumentieren, dass Meltdown bisher nur auf Intel-Prozessoren nachgewiesen wurde. Für die restlichen Intel-Chips solle das Sicherheits-Update bis Ende des Monats herausgebracht werden. Die Forscher und die Unternehmen hatten die Offenlegung bis Januar zurückgehalten, um in dieser Zeit Gegenmassnahmen zu entwickeln.


Beliebt

VERBINDEN