Ermittlungen gegen ÖFB-Präsident Windtner

Die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft hat offizielle Ermittlungen gegen ÖFB-Präsident Leo Windtner aufgenommen.

Das berichten "90minuten.at" und "Addendum". Ihm wird vorgeworfen, bei einer 100.000-Dollar-Spende durch Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter "intransparent und rechtlich fragwürdig agiert" zu haben. Also trudelten wenig später diese 100.000 Dollar auf einem Konto bei der Linzer Oberbank ein. Schirmherrin des Sozialprojekts ist Leo Windtners Ehefrau.

Laut den Recherchen von "90minuten.at" und "Addendum" habe die FIFA die intern genehmigte Summe ursprünglich wie offiziell vorgesehen dem ÖFB überweisen wollen und dies auch getan. Österreichs Fußball-Bund hätte die Förderungsverwendung dem Weltfußballverband gegenüber abrechnen und belegen müssen. Der damalige Generaldirektor Alfred Ludwig habe Windtner aber informiert, dass der ÖFB nicht in das Hilfsprojekt involviert sei. Seine Nichtwahl war ein einstimmiger Präsidiumsbeschluss des ÖFB.

Als das Geld im März 2015 beim ÖFB eintraf, wurde es sofort wieder retour geschickt – weil es keinen Beschluss oder Antrag über die Verwendung gab und man die Verwendung der Mittel für ein Privatprojekt in Kenia nicht kontrollieren konnte.

Windtner ließ nicht locker, kontaktierte erneut Blatter.

Es geht um eine "Spende" des Weltverbands Fifa, freigegeben 2015 durch den gerade erbittert wahlkämpfenden Joseph Blatter. Am Tag danach sei das Geld laut den Medienberichten direkt an die Hilfsorganisation überwiesen worden. Ob Sepp Blatter das Geld eigenständig überweisen hat, ist noch nicht geklärt. Dieser informierte das ÖFB-Präsidium am 7. Dezember darüber.

Windtner gelassen: "Es ist alles transpartent gelaufen" Den Stein ins Rollen brachte der Eisenbahnersportverein Wels, der im April 2017 die Anzeige gegen Windtner einbrachte.

"Der Anzeigeerstatter verweist dabei selbst auf eine aus seiner Sicht ungerechte Behandlung des Sportvereins durch den Oberösterreichischen Fußballverband, die somit Anlass für die Anzeige war", so der ÖFB. "Gegenstand der Anzeige ist die Förderung von 100.000 USD der FIFA für das Projekt Acakoro, wofür der Anzeiger entsprechende jahrealte Medienberichte vorlegte". Windtner soll demnach eine Stellungnahme bei der Staatsanwaltschaft abgeben haben, "wobei keinerlei Neuinhalte über den Status 2015 hinzugetreten sind". Das soll bereits im Frühjahr 2017 passiert sein.

Leo Windtner ist seit 2009 an der Spitze des ÖFB.

Schon früher erklärte Windtner, dass das Geld einem Fußballprojekt in den Slums von Kenia zugeflossen sei und niemals sei auch nur ein Euro missbräuchlich verwendet worden. Wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung wurde er von der Ethikkommission der Fifa für acht Jahre gesperrt. Ein Berufungsgericht reduzierte diese Sperre jedoch um zwei Jahre.


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