Neue landesweite Proteste in Tunesien

Die Opposition wirft der Regierung vor, dass das neue Gesetz vor allem ärmere Menschen benachteilige.

Es gab zahlreiche Verletzte, darunter auch etwa 50 Polizisten.

Mehr als 200 Menschen wurden in der Nacht auf Mittwoch in Tunesien festgenommen.

In Tunesien ist im Zuge der gewaltsamen Proteste gegen die Regierung ein Brandanschlag auf eine jüdische Schule verübt worden. In einer Vorstadt von Tunis wurde ein Supermarkt geplündert. Am Montag war ein Mann bei den Protesten getötet worden.

In der Nacht zum Mittwoch gab es unter anderem in Tebourba rund 30 Kilometer westlich der Hauptstadt Tunis Zusammenstöße.

Diese Nachricht wurde am 10.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Ähnliche Szenen spielten sich auch in Kasserine und Sidi Bouzid im Zentrum des Landes ab. Die wichtigste Oppositionspartei des nordafrikanischen Landes rief zu weiteren Protesten auf. In Sidi Bouzid hatten Ende 2010 die Proteste begonnen, die zum Sturz des tunesischen Machthabers Zine el-Abidine Ben Ali und dem Arabischen Frühling führten.

Auch in Tunis gingen am Dienstag rund hundert Menschen auf die Straße. Die Demonstranten machten ihrem Unmut über "Armut und Hunger" Luft. In mehreren Städten im ganzen Land waren Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Steuererhöhungen und Preissteigerungen zu protestieren.

Auf der tunesischen Insel Djerba wurde die jüdische Community zum Opfer eines Anschlags, schreibt haaretz.com. Gestern war ein Mann bei den Protesten getötet worden. Offen ist nach wie vor, wie es zum Tod des Demonstranten am Montagabend in Tebourba kam. Eine jüdische Schule wurde mit einem Molotowcocktail attackiert. Zwar griffen die Proteste gegen die Regierung bislang nicht auf Djerba über, aber Insulaner berichteten, die Attentäter hätten offenkundig die geringere Polizeipräsenz ausgenutzt. Der Obduktionsbericht wurde bisher nicht veröffentlicht. Das Innenministerium bestritt, dass die Polizei den 45-Jährigen tötete.


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