Rassismus-Vorwurf: Nationalspieler Matuidi erneut beleidigt

Es herrschte großer Andrang im Stadtwald. "Das ist einfach eine Frechheit", sagte der gebürtige Berliner, der mittlerweile für Eintracht Frankfurt in der Bundesliga spielt. Wie gestern, als alle Autogramm- und Fotowünsche erledigt waren. "Rassismus ist nicht der Stil der sardischen Menschen", schrieb der Klub an Matuidi gerichtet auf Twitter. "Wir dürfen nicht mehr die Augen zumachen, es genügt nicht, eine Woche darüber zu reden und dann verläuft es sich wieder. Wir müssen dagegen kämpfen", sagte er nun und regte eine Art Solidargemeinschaft der Spieler im Kampf gegen Rassismus an: "Wir müssen eine Front bilden und dagegen angehen", meinte Boateng. Boateng versteht diese Haltung nicht. Ich stehe hinter ihm. Der Fußballprofi Blaise Matuidi von Juventus Turin wurde beim Auswärtsspiel in Cagliari mit Hassgesängen rassistisch beleidigt. "Genug ist genug", hatte der 30-Jährige in einer ersten Reaktion im Internet getwittert. Boateng, 30 Jahre reif und auf der ganzen Welt zu Hause, redete sich seinen aufgestauten Frust von der Seele, das leider stets aktuelle und hochbrisante Thema: Rassismus.

Mit Matuidi will er sich demnächst über die jüngsten Vorfälle und das eigene Vorgehen austauschen, das soll nur der Anfang sein.

Im Falle des französischen Nationalspielers Matuidi hat Boateng seine Hilfe angeboten: "Matuidi, der Arme, wurde ausgebuht und beleidigt". "Wie fühlt sich Matuidi nach dem Spiel?" Der wurde zutiefst beleidigt, nur weil er eine andere Hautfarbe hat.

"Überlegt euch das mal, wie sich das anfühlt". Viele Menschen wissen das nicht. Noch immer müssten dunkelhäutige Menschen fühlen, "dass wir anders sind". In Zeiten neunstelliger Millionentransfers erscheint das in der Tat lächerlich wenig. "Da kann man sich doch totlachen". Es reicht nicht, 20.000 Euro Strafe zu geben. "Dann müssen sie hinter verschlossenen Türen spielen, was auch immer, da muss irgendetwas passieren", forderte er.

Mit einem Foto eines schwarzen Jungen im grünen Pullover hat sich die Modekette H&M tief in die Bredouille gebracht. H&M hat das Foto zurückgezogen. Eine Entschuldigung reicht mir dann nicht, ich nehme dafür keine Entschuldigung an. Er findet es "einfach nur traurig, dass ein Riesenkonzern wie H&M so eine Kampagne herausgibt, auch wenn es nicht mit Absicht ist". "Keiner soll damit anfangen, dass das nichts mit Rassismus zu tun hat". "Das ist auch etwas anderes, als wenn es ein weißes Kind gewesen wäre". Er selbst sei wegen seiner dunklen Hautfarbe bereits als "Affe" beschimpft worden.


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