Wagenknecht gewinnt Ranking Attraktive Politiker haben laut Studie mehr Wahlerfolg

Das liegt nicht nur an den inhaltlichen Versprechen der von Lindner runderneuerten Liberalen. Oder an den rhetorischen Fähigkeiten ihres Spitzenkandidaten, an dessen hartnäckiger Selbstinszenierung. Und darum wählen ihn die Menschen.

Die Attraktivität einer Person beeinflusst, wie wir sie wahrnehmen - das gilt auch für Politiker. Das bedeute, dass die Attraktivität von allen Menschen ziemlich gleich beurteilt werde.

Rosar konstatiert ein zunehmendes "Attraktivitätsbedürfnis" bei den Wählern und sieht das als einen Ausdruck der abnehmenden Bedeutung großer gesellschaftlicher Konflikte.

Rosar erklärt, dass die Persönlichkeit der Politiker für den Wahlerfolg schon seit Jahrzehnten immer wichtiger wird.

Für die Studie sind Porträts aller 1786 Spitzen- und Direktkandidaten der Wahlkreise in Deutschland bewertet worden. Nur weil ein Kandidat gut aussieht, wählt ein CSU-Anhänger also noch keinen Linken. Düsseldorfer Soziologen haben die Attraktivität der Kandidaten der Bundestagswahl 2017 gemessen.

1786 weibliche und männliche Politiker wurden verglichen. Die Bewertungen zwischen 0 für sehr unattraktiv und 6 für sehr attraktiv hat Rosars Team ebenso wie Daten zu Alter, Geschlecht oder Bundestagsmandat ins Verhältnis zum Wahlerfolg gesetzt. Christian Lindner erreicht als zweiter nur noch 3,43 Punkte, ist aber der attraktivste Mann. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt auf Rang neun, SPD-Chef Martin Schulz auf acht. Bei Merkel sind offenbar die enorme Popularität und die ihr zugesprochene Kompetenz wichtiger für die Wahlentscheidung.

Schlusslicht ist Alexander Gauland (AfD) mit nur 0,54 Punkten.

Wagenknecht und Lindner sind aber bei Weitem nicht die attraktivsten Politiker bundesweit. Gut aussehende Politiker haben einer Studie zufolge mehr Erfolg bei Wahlen. Im Bundes-Gesamt-Ranking wurde Celine Erlenhofer (Linke) als schönste Bundestagskandidatin ausgemacht. Er zog über die Landesliste in den Bundestag ein. So hätten Psychologen herausgefunden, dass etwa ein konturiertes Kinn und wohldefinierte Lippen bei Männern sowie hohe Wangenknochen bei Frauen als attraktiv gelten. Hier setzt auch die Kritik des Politologen Oskar Niedermayer an. Der Zusammenhang zwischen einem ansprechenden Äußeren und Wählerstimmen sei signifikant und "sehr substanziell" - sowohl was die Erst- als auch die Zweitstimme betreffe. Würden die Stimmen gesplittet, dann nicht, weil ein Kandidat so schön sei, sondern weil der Wähler taktisch wähle und seine Stimme nicht an einen aussichtslosen Kandidaten verschenken wolle. Da es immer weniger verlässliche Informationen zu komplexen Themen gebe, ließen sich Wähler verstärkt von "Sympathie" oder "Attraktivität" der Kandidaten beeinflussen, sagt Rosar.

Aber ist eine kleine Gruppe von nur 24 Testpersonen überhaupt eine gute Grundlage, um daraus allgemeingültige Schlüsse abzuleiten? Es gebe eine Art Attraktivitätskonsens in der Gesellschaft, sagt Rosar.


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