Kindesmissbrauch in Freiburg: Mutter verkauft Sohn (9) für Vergewaltigungen

Die Ermittlungen waren den Angaben zufolge im vergangenen September nach einem anonymen Hinweis gestartet worden. In mehreren Ländern wurden acht Verdächtige festgenommen - darunter ein Bundeswehrsoldat.

Unter ihnen ist ein 49-jähriger deutscher Soldat, der in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade im Elsass festgenommen worden war. "In dieser Dimension ist mir kein vergleichbarer Fall in Baden-Württemberg in Erinnerung", sagte Horst Haug, Sprecher des Landeskriminalamts (LKA).

Die 47 Jahre alte Mutter des Jungen und ihr 37 Jahre alter Lebensgefährte haben das Kind demnach gemeinsam sexuell misshandelt sowie es anderen Männern angeboten. Eine Mutter soll ihren inzwischen neun Jahre alten Sohn zusammen mit ihrem pädophilen Lebensgefährten sexuell missbraucht und das Kind vielfach an andere Pädophile verkauft haben.

Wie das LKA mitteilte, gibt es weitere Opfer, darunter ein Mädchen, von dessen Missbrauch im Zuge der Ermittlungen Videoaufnahmen sichergestellt worden waren. Der bei Freiburg lebende Junge sei von mehreren Tätern wiederholt und an mehreren Tatorten in und um Freiburg missbraucht und vergewaltigt worden.

Als er von verdeckten Ermittlern gefasst wurde, entdeckten diese auch einen Rucksack mit Fesselutensilien. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll der Mann zuvor Tötungsfantasien im Zusammenhang mit einem Kindesmissbrauch geäußert haben. Ein Sprecher des Heeres bestätigt dies. Der mutmaßlich ermordete Bub ist seit 2001 verschwunden, er soll von verschiedenen Tätern im Hinterzimmer eines Lokals missbraucht worden sein. Der Mann sitze seit dem 25. Oktober in U-Haft. Der des Missbrauchs an dem Neunjährigen beschuldigte Soldat sei vorläufig vom Dienst enthoben und dürfe keine Uniform mehr tragen.

Laut Staatsanwaltschaft Freiburg wurde der Schweizer aufgrund eines internationalen Haftbefehls in Österreich festgenommen. Das Netzwerk reicht offenbar durch ganz Europa: Neben der Kindsmutter und ihrem 37-jährigen, wegen pädophiler Straftaten vorbestraften Partner sitzen mehrere Männer als Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Sie stammen den Ermittlern zufolge aus der Nähe von Freiburg, aus Schleswig-Holstein, der Schweiz und Spanien. Sie sind den Angaben zufolge bereits an Deutschland ausgeliefert worden. Fünf Tage nach dem Hinweis saß das Paar in Untersuchungshaft, das Kind lebt seitdem in staatlicher Obhut. Einige von ihnen sind den Angaben zufolge einschlägig vorbestraft. Er befinde sich in staatlicher Obhut.

Gegen alle Verdächtigen laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf schweren sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung in "einer Vielzahl von Einzelfällen".

Immer wieder stoßen deutsche Ermittler auf systematischen sexuellen Missbrauch, der vor allem über das Internet verabredet wird. Weitere Details hierzu wollte die Staatsanwaltschaft aber nicht nennen.


Beliebt

VERBINDEN