Französischer Luxusriese Kering gibt Mehrheit an Puma ab

Kering-Chef François-Henri Pinault bleibt für Puma aber wichtig: Denn die Holdinggesellschaft seiner Familie, Artémis, profitiert als wichtigster Kering-Aktionär ebenfalls von der Verteilung der Puma-Anteile.

Durch die Kering-Ausschüttung an die eigenen Aktionäre wird nun die Beteiligungsgesellschaft Artémis mit einem Anteil von 29 Prozent größter Puma-Aktionär.

An der Börse kann das Unternehmen aus Herzogenaurach damit wieder eine größere Rolle spielen und Experten zufolge mit der Rückkehr in den Nebenwerteindex MDax rechnen. Wegen des geringen Streubesitzes war Puma in den Kleinwerteindex SDax abgestiegen, obwohl das Unternehmen einen Börsenwert von 5,3 Milliarden Euro hat. "Das ist das Beste, was uns hätte passieren können", hieß es in Unternehmenskreisen.

Kering war vor gut zehn Jahren bei Puma eingestiegen. "Kering und Artemis werden starke Partner von Puma bleiben", betonte Gulden. Die Hoffnung auf Synergieeffekte mit Gucci oder Saint Laurent hatte sich aber nie erfüllt. Puma hat sich zudem Ansehen verschafft durch die angesagte, stylische 'Fenty'-Kollektion von Rihanna, kehrte aber auch mit Fußballschuhen in die Regale der Sporthändler zurück. "Die Marke erfreut sich eines starken Umsatzwachstums und macht Fortschritte bei der Rendite", erklärte Kering.

Auch strategische Investoren wie das amerikanische Mode- undSportunternehmen VF Corp. mit den Marken North Face, Timberland, Lee, Wrangler und Nautica wurden als potentielle Käufer genannt.

Puma ist inzwischen wieder dort erfolgreich, wo seine Wurzeln liegen: Auf Sportplätzen und in Sporthallen. In den ersten neun Monaten 2017 ist der Umsatz um gut 16 Prozent in die Höhe geschossen. Euro - fast doppelt so viel wie 2016. Erklärtermaßen wollten die Franzosen mit der weitgehenden Übernahme von Puma den Grundstock für eine Sportmode-Sparte schaffen und weitere entsprechende Labels hinzukaufen. Einerseits war Puma all die Jahre nicht annähernd so profitabel wie die Edel-Labels der Firma aus Paris. "Kering würde sich dann ganz der Entwicklung der Luxury Houses widmen". Die endgültigen Bedingungen würden derzeit noch geprüft, die Kering-Aktionäre sollen bei der Hauptversammlung am 26. April 2018 über den Vorschlag abstimmen. Die Hoffnung auf ein lukratives Übernahmeangebot ist mit der Abspaltung zunächst zerstoben. Der Streubesitz von Puma wächst auf 55 Prozent.

Schon seit Jahren wird über einen Ausstieg der Franzosen bei der fränkischen Sportmarke und über einen Verkauf spekuliert.


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