ROUNDUP: Zweites Konkursverfahren im Fall Niki in Österreich beantragt

"Diese Entscheidung liegt bereits einige Monate zurück und hat nichts mit dem Insolvenzantrag von Niki zu tun", schrieb Lackmann.

Fluggäste haben bei jeder Direktbuchung einen Vertrag mit der insolventen Air Berlin PLC & Co Luftverkehrs KG geschlossen und nicht mit Niki.

Beim Landgericht Korneuburg habe Niki am Donnerstag einen Antrag auf ein Sekundär-Insolvenzverfahren eingereicht, bestätigte ein Gerichtssprecher. Laut Kreditschutzverband KSV1870 wurde der Antrag in der Form eines sogenannten Sekundärverfahrens beim Landesgericht Korneuburg eingebracht. Damit kam die Justiz der Forderung des Fluggastdienstleisters Fairplane nach, der sich von einem Konkursverfahren in Österreich bessere Chancen erwartet, Kundenforderungen von mehr als 1,2 Millionen Euro durchzusetzen.

Am Landesgericht Korneuburg in Niederösterreich wurde heute das Hauptverfahren für die Insolvenz von Niki in Österreich eröffnet.

Das Gericht weicht damit auch vom Antrag des vorläufigen deutschen Insolvenzverwalters Lucas Flöther ab, der ein Sekundärverfahren für das Unternehmen beantragt hatte.

Der britisch-spanische Luftfahrtkonzern IAG mit seiner Billigtochter Vueling will trotz des Rechtsstreits um die Insolvenz-Zuständigkeit am Kauf von Niki-Teilen festhalten. "Kein Masseverwalter wird den Verkauf blockieren".

Niki war ist nach der Insolvenz der Mutter Air Berlin im August 2017 ebenfalls in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert. Im Streit um die Zuständigkeit ist jetzt noch der deutsche Bundesgerichtshof am Zug. Denn am Montag hatte das Landgericht Berlin entschieden, dass nicht das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg für Niki zuständig sei, sondern Österreich. Das beantragte Sekundär-Insolvenzverfahren sei "teurer und komplizierter" als nötig, sagte Fairplane-Geschäftsführer Andreas Sernetz in Wien. Die Lufthansa als Hauptinteressent war im November unter anderem auch deshalb als Kuafinteresent von Niki abgesprungen. Durch den Kompetenzstreit der Gerichte schien bis zuletzt die Übernahme der Assets von Niki durch IAG doch noch zu platzen. Vueling hat, wie schon länger bekannt, 20 Millionen Euro pauschal für die verwertbaren Teile von Niki geboten und zusätzlich ein Darlehen von 16,5 Millionen Euro zum Erhalt von Nikis Betriebsfähigkeit gegeben.


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