Ahmad A. gesteht Messerattacke in Hamburger Supermarkt

Ahmad A. hatte am 28. Juli 2017 in einem Edeka-Supermarkt in Hamburg Fuhlsbüttel mit einem Küchenmesser zwei Kunden niedergestochen. Doch zum Motiv sagt auch der Anwalt am ersten Prozesstag wenig, außer dem Hinweis auf den "religiösen Hintergrund".

Am Freitag lässt der 26-jährige abgelehnte Asylbewerber zu Beginn des Mordprozesses gegen ihn ein Geständnis verlesen.

"Die Taten hatten aus seiner Sicht einen religiösen Hintergrund", erklärte er weiter.

Blumen und Kerzen liegen am 30. Juli 2017 vor dem Supermarkt in Hamburg-Barmbek
Blumen und Kerzen liegen am 30. Juli 2017 vor dem Supermarkt in Hamburg-Barmbek

Laut Bundesanwaltschaft handelte der Täter aus einer islamistischen Gesinnung heraus. Die Anklage hält ihn für voll schuldfähig und wirft Ahmad A. Mord sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs Fällen vor. Sein Anwalt erklärte, der Angeklagte habe unter einer sehr großen Anspannung gestanden, aus der heraus er die Taten begangen habe.

Dafür beantwortete er Fragen zu seinem Lebenslauf. "Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht mitgekommen bin", erklärte er laut Dolmetscher, der aus dem Arabischen übersetzte. Auch zu seinen Aussagen in den ersten Vernehmungen wollte er nichts sagen. In seiner Flüchtlingsunterkunft wurde eine kleine, selbstgebastelte Fahne der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gefunden. Nach dem grausigen Verbrechen war Ahmad A. von Passanten verfolgt, überwältigt und dabei selbst verletzt worden. "Deshalb sollten deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens sterben", sagte Tüz. Ein Studium der Zahnmedizin brach der junge Mann ab, erhoffte sich in Europa ein besseres Leben und kam schließlich nach Deutschland. Geboren ist der Palästinenser in Saudi-Arabien, seine Mutter war Lehrerin. Die Terrorgruppe hat sich aber nicht zu der Messerattacke bekannt.


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