Angeklagter gesteht Messerangriff in Hamburger Supermarkt

Hamburg. Der Angeklagte im Mordprozess um das Messerattentat in einem Hamburger Supermarkt hat zu Prozessbeginn von seinem Anwalt ein Geständnis verlesen lassen. "Er bekennt sich in allen Anklagepunkten ausdrücklich schuldig", erklärte sein Verteidiger, Christoph Burchard, vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts. "Die Tat hatte aus seiner Sicht einen religiösen Hintergrund, der zum Zeitpunkt der Tat für ihn eine grundsätzliche Bedeutung hatte", sagte der Verteidiger weiter.

So sieht es auch die Bundesanwaltschaft. Ihm wird Mord in einem sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs weiteren Fällen vorgeworfen. Die Ankläger sprechen von Heimtücke und niederen Beweggründen. Reue zeigte der Angeklagte am Freitag nicht. Bestärkt worden sei der Palästinenser noch durch den damals eskalierenden Konflikt zwischen muslimischen Gläubigen und israelischen Sicherheitskräften um den Tempelberg in Jerusalem. Ahmad A. ließ weiter erklären, dass er Fragen zu den Details der Taten nicht beantworten werde. In seiner Flüchtlingsunterkunft wurde eine kleine, selbstgebastelte ISIS-Fahne gefunden. Dort habe er aber auch den Eindruck gehabt, "nicht willkommen" zu sein. Nach dem grausigen Verbrechen war Ahmad A. von Passanten verfolgt, überwältigt und dabei selbst verletzt worden. Ihm sei es darum gegangen, so viele deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens wie möglich zu ermorden.

Die Anklage wurde von Yasemin Tüz, Oberstaatsanwältin bei der Bundesanwaltschaft, verlesen. Doch die Terrormiliz hat sich nicht zu der Messerattacke bekannt. Es gab laut Tüz vorher Hinweise auf ein "phasenweise auffälliges Verhalten" des Angeklagten.

Angaben macht Ahmad A.im Prozess aber zu seiner Biografie. Seine Mutter sei Lehrerin. Ein Studium der Zahnmedizin brach der junge Mann ab, erhoffte sich in Europa ein besseres Leben und kam schließlich nach Deutschland. Auch zu seinen Aussagen in den ersten Vernehmungen wollte er nichts sagen. Viel mehr ist dem Angeklagten vorerst nicht zu entlocken.


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