Medizin - Historisches Tief bei Zahl der Organspender

Bereits 2016 war die Zahl der Spender auf einem historischen Tiefpunkt.

Die Zahl der Organspender ist in Deutschland im vergangenen Jahr erneut dramatisch gesunken. Selbst der historische Spenden-Tiefstand von 2016 wurde noch einmal um rund acht Prozent unterboten, berichtet die 'Süddeutsche Zeitung'.

In Sachsen sank demnach die Zahl der Spender innerhalb eines Jahres von 60 auf 50, in Sachsen-Anhalt von 33 auf 23 und in Thüringen von 28 auf 23.

Mit dem neuen Niedrigststand von 9,3 Spendern pro Million Einwohner gehört Deutschland endgültig zu den europäischen Ländern mit dem geringsten Aufkommen an hirntoten Organspendern.

Die Zahl der transplantierten Organe von hirntoten Spendern fiel auf nur noch 2664. Nur in Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Albanien gibt es noch weniger Spender.

Von der höheren Spendenbereitschaft im Ausland profitieren laut "SZ" Patienten in Deutschland. "Damit lassen die Parteien die rund 10.000 Menschen auf der Warteliste für ein Organ allein". Brysch forderte, den Spendermangel zu einem Thema bei den Koalitionsverhandlungen zu machen.

"Dieser Mensch ist nicht für mich gestorben" Roland Stahl und Friedrich Meyer leben, weil andere Menschen ihnen ihre Leber gespendet haben. Von Luisa Zsolnay mehr. Zum Vergleich: Mit 46,9 Spendern ist Spanien bei Spenden und Transplantationen weltweit führend. Da einem Spender mehrere Organe entnommen werden können, meldete Deutschland 2017 laut DSO insgesamt 2594 Nieren, Lebern, Lungen oder Herzen an die internationale Vermittlungsstelle Eurotransplant. Damit sei die Zahl in den vergangenen drei Jahren in Spanien um 30 Prozent angewachsen, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitag mit.

Laut Rahmel besteht keine Gefahr, dass die Vermittlungsstelle Eurotransplant Deutschland wegen der niedrigen Spenderzahlen aus dem Verbund ausschließt. Rund 200 zusätzliche Organe aus Belgien, den Niederlanden, Kroatien, Ungarn, Österreich und Slowenien erreichten Deutschland auf diese Weise.

Am kommenden Montag will auch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ihre Statistiken offiziell vorstellen und hatte bereits angekündigt, mit einem Minus von mehr als 1.500 Organen gegenüber 2010 zu rechnen.


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