Meltdown & Spectre: Intel versucht mit Benchmarks zu beruhigen

Das Wall Street Journal hatte im Vorfeld bereits berichtet, dass Intel Cloud-Providern empfohlen hatte, das Update nicht aufzuspielen.

Diese merkwürdig erscheinende zweigleisige Vorgehensweise passt zum bisherigen ungeschickten Verhalten von Intel im Meltdown-/Spectre-Fall: Erst informierte Intel über ein halbes Jahr lang seine Kunden nicht über das Sicherheitsrisiko, dann verkauft der Intel-Chef noch schnell Aktien, bevor der Kurs der Intelaktie infolge des Bekanntwerdens des Sicherheitsproblems fällt. Darüber sei es potenziell möglich, "sensible Informationen" wie Passwörter, Verschlüsselungen oder Daten aus Programmen auszulesen.

Den Google-Sicherheitsexperten zufolge betrifft die Lücke Prozessoren der großen Hersteller Intel, AMD und ARM, die weltweit zum Einsatz kommen. Intel arbeite mit vielen Industriepartnern daran, Rechner besser vor Hackerangriffen zu schützen. In Rechenzentren hingegen können die Updates je nach Einsatzszenario zu ganz erheblichen Performance-Verlusten führen. Updates der Betriebssysteme und des Microcodes der Prozessoren sollen die Lücke schließen oder eindämmen. Dennoch hat beispielsweise Nvidia Treiber-Updates veröffentlicht, weil die Treiber-Software durch die Interaktion mit den betroffenen CPUs angreifbar ist. Nun versucht Brian Krzanich die Wogen zu glätten. Zwei amerikanische Senatoren haben sich an die US-Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium gewendet. Krzanich hatte das Aktienpaket Ende November abgestoßen, die Sicherheitsprobleme waren allerdings bereits seit dem Sommer bekannt. Nachdem AMD zunächst davon ausging, dass die CPUs des Hersteller nicht betroffen sind, muss der Hersteller diese Aussage inzwischen revidieren. Es sei aber nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Attacke dieser Art entdeckt werden wird, sagte Prescher.

Als dritten Punkt versichert Krzanich, dass Intel auch in Zukunft eng mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten werde, wenn es um das Aufspüren und Beheben von Sicherheitsproblemen geht. Ein komplett neues Chip-Design werde es nicht von heute auf morgen geben.


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