Trump kommt nicht zur Eröffnung der neuen US-Botschaft in London

Es war wieder einer seinen wilden Twitter-Attacken: US-Präsident Donald Trump schrieb, dass die US-Regierung unter seinem Amtsvorgänger Barack Obama die bisherige "bestgelegene und feinste" Botschaft in London für "Peanuts verkauft" habe – nur um in einer abgelegenen Gegend eine neue für 1,2 Milliarden Dollar zu bauen! "Schlechter Deal. Da werde ich kein Band durchschneiden!" "Er hat die Botschaft verstanden", teilte der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan am Freitag mit. Im Gegenteil: 1,8 Millionen Briten haben eine offizielle Parlamentspetition gegen den Staatsbesuch unterzeichnet, das Parlament debattierte darüber – und ein Oppositionsabgeordneter sprach gar von "Händchenhalten mit dem Faschisten Trump".

Fraglich ist, ob der US-Präsident in diesem Jahr noch zum offiziellen Staatsbesuch nach Großbritannien kommen wird. May hatte Trump nach dessen Amtsantritt im Jänner 2017 als erste weltweit führende Politikerin im Weißen Haus besucht und die Einladung ausgesprochen. Dies stieß auf heftigen Protest in Großbritannien; Massendemonstrationen werden erwartet. Ein Regierungssprecher in London wollte auch am Freitag auf Anfrage nicht sagen, für wann dieser Besuch genau geplant ist. Die Regierung lehnt das ab. Statt Trump soll jetzt US-Außenminister Rex Tillerson die neue US-Botschaft in der britischen Hauptstadt eröffnen. Ihre Aufgabe war es, das neue Gebäude energieeffizient und besonders sicher zu machen. Jänner aufnehmen, die offizielle Eröffnung findet später statt.

Das neue futuristische Botschaftsgebäude ist stark, aber nahezu unsichtbar gesichert. Der vom Architekturbüro Kieran Timberlake (Philadelphia) entworfene zwölfstöckige Glaswürfel soll bombensicher sein und liegt etwa 30 Meter von Straßen entfernt. Zuletzt gab es Streit um islamfeindliche Videos einer rechtsradikalen britischen Gruppe, die Trump per Twitter weiterverbreitet hatte.


Beliebt

VERBINDEN