Länder von Skandal um französische Salmonellen-Babymilch betroffen

Der französische Molkereikonzern Lactalis ruft in 83 Ländern Babynahrung zurück, die möglicherweise mit Salmonellen verunreinigt ist. Das sagte der Chef des Herstellers Lactalis, Emmanuel Besnier, der Sonntagszeitung Journal du Dimanche. Er versprach zudem allen betroffenen Familien eine Entschädigung. Die Folgen der Verunreinigung seien für ihn Anlass "zu sehr großer Sorge". Nach einem Treffen mit dem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire ordnete der Konzern aber an, alle Babymilchprodukte aus seiner Fabrik in Craon in Westfrankreich aus dem Handel zu nehmen.

Ziel dieser "radikalen Entscheidung" sei es, Verzögerungen und Schwierigkeiten beim Aussortieren zu vermeiden, hatte Le Maire gesagt. Zuvor war bekannt geworden, dass große Supermarktketten in Frankreich auch weiterhin die vom Rückruf betroffenen Produkte verkauft hatten.

In der Produktionsanlage waren Salmonellen des gleichen Typs nachgewiesen worden, der auch bei an Salmonellose erkrankten Babys in Frankreich gefunden wurde. Inzwischen sind auch Salmonellenerkrankungen von Babys in Spanien und Griechenland bekanntgeworden.

Konzernchef Besnier hatte sich bisher noch nicht öffentlich zu dem Skandal geäußert.

Lactalis, mit 17 Milliarden Euro einer der weltweit größten Produzenten von Milchprodukten, hatte die Produktion in betroffenen Fabrik nach dem Bekanntwerden des Vorfalls eingestellt.

In Deutschland vertreibt Lactalis Käse der Marken Président, Galbani und Salakis. Salmonellen können Magen-Darm-Erkrankungen wie Durchfall auslösen.


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