Staatsschutz ermittelt wegen Massenschlägerei in Sachsen

Vorläufige Bilanz: Zwei Männer wurden durch Messerstiche am Oberschenkel schwer verletzt, ein weiterer mit einem Elektroschocker attackiert! Insgesamt gab es fünf Verletzte.

► Ausgangspunkt war wohl ein Wortgefecht zwischen Beteiligten der beiden Gruppen am Bahnhof. Auch der Anlass und der genaue Verlauf der Auseinandersetzung müssten noch ermittelt werden, hieß es. Laut Polizei haben zwei Einheimische sie dorthin verfolgt und eine Scheibe in dem Gebäude zerstört.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei sollen rund 30 junge Deutsche mit einer kleineren Gruppe Ausländer aneinandergeraten sein. Etwa 30 Deutsche und zwölf Ausländer seien am Freitagabend in der Kleinstadt aneinander geraten, teilte die Polizei mit.

Dabei seien zwei der Deutschen schwer verletzt worden. Danach seien den Ermittlungen zufolge wiederum mehrere Deutsche in das Wohnhaus der Ausländer gestürmt und es habe weitere körperliche Attacken gegeben. Weitere drei Personen wurden leicht verletzt, sagte ein Polizeisprecher laut "Leipziger Volkszeitung".

Die Polizei konnte die Auseinandersetzung nach etwa einer Stunde beenden. Es könne aber noch nicht gesagt werden, ob der Vorfall einen extremistischen Hintergrund hatte, hieß es. Demnach wird wegen besonders schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

Festgenommen wurde niemand, aber Personalien festgestellt. Bei dem angegriffenen Wohnhaus der Ausländer handelt es sich laut "Leipziger Volkszeitung" um eine Asylbewerberunterkunft. Zu Nationalität und Aufenthaltsstatus der Ausländer sowie der genauen Herkunft der Einheimischen machte die Polizei keine Angaben.

Die Stadt vor den Toren Leipzigs gilt sei seit mehr als 20 Jahren Schwerpunkt neonazistischer Gewalt und Strukturen in der Region.


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