Abschiebeflug in Kabul angekommen: 19 Menschen an Bord

Eine für heute Abend geplante Abschiebung afghanischer Asylbewerber stößt bei Flüchtlingshelfern auf Empörung. Es gebe "jede Woche Dutzende von Toten in Afghanistan "und doch werde weiter abgeschoben, erklärte Pro Asyl am Dienstag in Berlin". So könnten das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Verwaltungsgerichte ihre Asylentscheidungen nicht auf aktueller Grundlage fällen.

Auch andere Hilfsorganisationen hatten gegen die Abschiebungen nach Afghanistan mobil gemacht.

Die Ankunft des Flugzeugs in Kabul wurde am Mittwochmorgen erwartet. Er soll aus Düsseldorf kommen.

Die Bundesregierung bewertet Regionen Afghanistans für sicher genug, um abgelehnte Asylbewerber dorthin abzuschieben.

Nacht Angaben des SPIEGEL gibt es nicht genügend deutsche Polizisten. In einem Interview des Bayerischen Rundfunks sagte Radek: "Wenn Sie sehen, dass wir alleine im Jahr 2016 insgesamt 243 solcher Rückführungen durchgeführt haben - nicht nur nach Afghanistan, sondern auch auf den Westbalkan und nach Westafrika - dann merken Sie, welche Bedeutung das Rückführwesen in der Bundespolizei bekommen hat".

Der Bayerische Flüchtlingsrat forderte das sofortige Ende aller Abschiebungen nach Afghanistan und ein Bleiberecht für alle von dort Geflüchteten. Unter den ihr bekannten neun Flüchtlingen, die in Bayern für den Abschiebeflug vorgesehen seien, befänden sich ein Straftäter sowie eine Person, die mehrere Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht vermutlich ebenfalls als Straftäter klassifizierten, teilte die Organisation mit. Dieser Vorwurf sei zumeist zweifelhaft. Spätestens die Sorge vieler Bundespolizisten, den geplanten Abschiebeflug zu begleiten, sollte ein Weckruf sein. Zur Zahl der abgeschobenen Afghanen machte sie keine Angaben.


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