Stehen womöglich noch ungesünder als Sitzen

Bisher war man davon ausgegangen, dass vor allem langes Sitzen der Gesundheit schadet. Wenn es um gesunde Verhaltensweisen und Herzgesundheit geht - so heißt es doch immer - habe permanentes Sitzen eine eher nachteilige Wirkung. Wer im Job hingegen viel Zeit stehend verbringt, halte das kardiovaskuläre Risiko im Gegensatz dazu gering. Doch Stehen ist offenbar noch schädlicher - das haben kanadische Forscher in einer Langzeitstudie herausgefunden.

Ihre Untersuchungsergebnisse veröffentlichten die Experten schließlich im Fachmagazin "American Journal of Epidemiology".

Zu Beginn der Studie wurden alle Teilnehmer natürlich gründlich untersucht.

So lief die kanadische Langzeitstudie ab: 7.320 Arbeitnehmer, jeweils 50 Prozent Männer und die andere Hälfte Frauen, wurden zwölf Jahre lang begleitet. Zu Beginn der Studie waren alle Testpersonen 35 Jahre alt und kerngesund. Insgesamt entwickelten 3,4 Prozent der Probanden im Studienzeitraum eine Herz-Kreislauf-Erkrankung (4,6 Prozent der Männer und 2,1 Prozent der Frauen).

Bei einer sitzenden Tätigkeit ist das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung nicht so hoch. Mischformen stellten sich als genauso schlecht für das Herz-Kreislauf-System heraus wie sitzende Tätigkeiten.

Auch zwischen den Geschlechtern gäbe es gravierende Unterschiede. Probandinnen und Probanden, die im Job nur standen, waren doppelt so häufig krank, wie diejenigen die nur saßen oder abwechselnd saßen und standen. Frauen mit Mischjobs wiesen hingegen ein 80 Prozent höheres Risiko auf als solche, die viel saßen.

Warum die Unterschiede zwischen den Geschlechtern so enorm groß sind, konnten die Forscher nicht genau sagen.


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