Deutsche Studie: Wie Herzinfarkte das Gehirn schädigen können

An der Klinik für Nuklearmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist in den vergangenen Jahren eine Form der nicht-invasiven molekularen Bildgebung weiterentwickelt worden.

Frank Bengel, Direktor der MHH-Klinik für Nuklearmedizin, und sein Team fanden jetzt jedoch heraus, dass dem nicht so ist. Ein Herzinfarkt zieht der Untersuchung zufolge eine Entzündung nach sich, die auch das Gehirn betrifft. Jedenfalls kann ein Herzinfarkt das Gehirn schädigen.

Ein Herzinfarkt bringt nicht nur eine Entzündung am Herzmuskel, sondern auch eine Entzündungsreaktion im Gehirn (Neuroinflammation) mit sich.

Ein sonst unkomplizierter Herzinfarkt kann auch das Gehirn beeinträchtigen.

Unter der Leitung von Professor Dr. James Thackeray und Henri Hupe, haben ihre Studie und deren Ergebnisse im renommierten Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht. Denn Forscher haben herausgefunden: Nach einem Infarkt kommt es nicht nur häufig zur Entzündung des Herzmuskels - sondern auch des Denkorgans.

► Bisher wurde angenommen, dass die Auswirkungen dieser Reaktion sich auf das Herz beschränken. Sie führt aber bei einer überschießenden Reaktion zu einer weiteren Schädigung und Verschlechterung der Herzfunktion (Herzschwäche).

Im Falle einer Herzschwäche, die in Folge eines Herzinfarkts entstehen kann, ist das Gehirn ebenfalls mit einbezogen.

Diese Vernetzung zwischen Herz und Gehirn wird wohl über das Immunsystem vermittelt. Andere Organe wie Leber oder Nieren scheinen nicht gleichermaßen betroffen zu sein.

Gedächtnisstörungen als Folge? "Diese enge Verbindung zwischen der Entzündung von Herz und Hirn ist neu und wichtig, weil andere Studien gezeigt haben, dass eine Entzündungsreaktion im Gehirn Gedächtnisstörungen und die Entwicklung von Demenz fördern kann", sagt Bengel.

Die Auswirkungen von Herzinfarkten auf das Gehirn müssen deshalb in Zukunft noch genauer betrachtet werden, um eine bessere Heilung zu erreichen, betonen die an der Untersuchung beteiligten Forscher. Sie könnten nicht nur die Heilung des Herzens fördern, sondern auch die Entzündung im Gehirn günstig beeinflussen. So konnten Forscher die biologischen Mechanismen im ganzen Körper gleichzeitig untersuchen, wie Professor Fr. Die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) ermöglicht Wissenschaftlern, die genaue Verteilung selbst sehr geringer Mengen von kurzlebigen radioaktiven Substanzen zu messen. PET kann an der MHH in einem Speziallabor für Forschungsexperimente eingesetzt werden, aber auch im klinischen PET-Zentrum zur Versorgung von Patienten.


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