Oxfam-Präsident wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet

Ihr Aufsichtsratschef Juan Alberto Fuentes Knight wurde in seinem Heimatland Guatemala im Zuge von Korruptionsermittlungen gestern festgenommen. Er ist deshalb von seinem Posten bei Oxfam zurückgetreten, wie die Organisation bekanntgab. Damals hatte die Regierungspartei einen Gesetzentwurf für Steuererleichterungen bei entsprechenden Anschaffungen ins Parlament eingebracht.

GUATEMALA ⋅ Der Präsident der Hilfsorganisation Oxfam International ist in Guatemala wegen eines Korruptionsskandals festgenommen worden. Laut Staatsanwaltschaft waren die Rechnungen für die Busse, die bei vier Unternehmen in Auftrag gegeben wurden, viel zu hoch. Die Vorwürfe bezögen sich auf seine Zeit als Finanzminister (2008-2010) in Guatemala und stünden nicht in Zusammenhang mit seiner Tätigkeit für Oxfam International, erklärte Oxfam Deutschland am Mittwoch in Berlin.

Die britische Hilfsorganisation wird seit Tagen von einem Skandal um Sexorgien mit Prostituierten in Haiti und dem Tschad erschüttert. Zudem sollen Oxfam-Angestellte Nothilfe nur gegen sexuelle Gefälligkeiten geleistet haben.

"Wir kennen die formalen Vorwürfe gegen Fuentes Knight noch nicht", sagte Oxfams Exekutivdirektorin Winnie Byanyima.

Colom sagte nach einem ersten Erscheinen vor Gericht, er hoffe, dass es in seinem Fall Gerechtigkeit geben werde.

Nach Angaben von Oxfam wurden die Ermittlungen gegen Fuentes Knight nach dessen Ernennung zum Verwaltungsratsvorsitzenden eingeleitet. Sie war bereits an den Verfahren gegen den früheren Innenminister Carlos Vielman, den Ex-Militär und Unterweltkönig Byron Lima und Ex-Präsident Otto Pérez Molina beteiligt. Nach Erkenntnissen der Generalstaatsanwaltschaft und der UN-Kommission gegen Straflosigkeit (Cicig) kam es während Coloms Amtszeit beim Bau des Nahverkehrssystems Transurbano zu Unregelmäßigkeiten. Dabei sollen mindesten 35 Millionen US-Dollar an öffentlichen Geldern unterschlagen worden sein. Gegen den ehemaligen Finanzminister des mittelamerikanischen Landes wird wegen Korruption ermittelt. Am Montag trat Oxfam-Vizechefin Penny Lawrence zurück.

Einflussreiche Kreise versuchen immer wieder, die Arbeit von Cicig zu behindern und ihr Mandat zu beenden. Neben Fuentes setzten die Ermittler auch den ehemaligen guatemaltekische Präsident Álvaro Colom und fast sein gesamtes früheres Kabinett fest. Allerdings genießt die Ermittlergruppe den Rückhalt der USA, die ihre Wirtschaftshilfen vom entschlossenen Kampf gegen die Korruption abhängig machen.

Anmerkung: In der ursprünglichen Version dieser Meldung wurde Juan Alberto Fuentes Knight als "Oxfam-Chef" bezeichnet.


Beliebt

VERBINDEN