Politischer Aschermittwoch: Attacken auf Angela Merkel! Sie soll ihren Stuhl räumen

Er habe die Verfassung genau studiert, sagte Söder und betonte: "Ein klares Bekenntnis zu der christlich-abendländischen Prägung gibt es derzeit nicht".

Mit Blick auf die Landtagswahl rief Söder die CSU zum Kämpfen auf, auch wenn die Situation schwierig sei: "Wir sind da, wir sind stärker da als zuvor, wir sind geschlossen und wir sind kampfbereit". "Wir wollen nicht mit der AfD koalieren, wir wollen sie überflüssig machen, indem wir Vertrauen zurückgewinnen", sagt er. Die repräsentative Bayern-Umfrage des Hamburger GMS-Instituts im Auftrag von Sat.1 Bayern ergab ferner, dass nicht nur 77 Prozent der CSU-Wähler Söders erste Schritte positiv bewerten, sondern auch 54 Prozent der SPD-Wähler und 50 Prozent der AfD-Wähler.

Statt Seehofer sprachen dessen designierter Nachfolger Markus Söder und CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer, der in Passau ein Heimspiel hatte, in dem er auch ältere Sprüche wie "der Sozi ist an sich nicht dumm - er hat nur viel Pech beim Nachdenken" unterbrachte.

In Richtung der Sozialdemokraten keilte der designierte bayerische Regierungschef: "Einmal Zwerg, immer Zwerg, liebe SPD!". Söder verteidigte auch die Heimatpolitik der CSU: Heimat sei nicht nur Gefühlsduselei, sondern der "seelische Anker, den ein Jeder braucht". Es sei ein Fehler gewesen, die Wähler rechts der Mitte vernachlässigt zu haben.

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer teilte bei seinem Auftritt gegen den zurückgetretenen SPD-Chef Martin Schulz und den abgewählten sozialdemokratischen Bundeskanzler Österreichs, Christian Kern, aus: "Es hat sich ausgeschulzt und weggekernt". Viel Applaus erntete Söder für seine Forderung nach konsequenteren Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber. Ausgerechnet die CSU spreche davon, dass sich andere Parteien selbst zerfleischten, sagte Lindner.

Der Grünen-Bundesvorsitzende Robert Habeck konterte im Festzelt vor 400 Besuchern in Landshut: "Jetzt haben sie vielleicht ihr Ziel erreicht: ein Heimatministerium in Berlin". "Man muss sich nur die Diskussion in der CDU anschauen, um zu wissen, dass wir es wohl irgendwie richtig hingekriegt haben müssen", sagte er.

FDP-Chef Christian Lindner übte in Dingolfing scharfe Kritik am Koalitionsvertrag von Union und SPD. "So fühlt es sich an, wenn man abgeschoben wird". Das wolle und werde die SPD ändern. Er rief die übrigen Parteien angesichts von "Systemgegnern" im Parlament dazu auf, sich mit Polemik zurückzuhalten. Auf 152 von 177 Seiten finde sich das Wort "weiter". Dem kommissarischen SPD-Chef Olaf Scholz, der später bei der SPD reden sollte, wünschte Scheuer ironisch "alles Gute": "Wenn er solche Parteifreunde hat, dann ist mir um seine Zukunft nicht bange". "In diesen Zeiten gibt es nichts Gefährlicheres als ein 'Weiter so'", sagt er. Alle hätten jedoch noch die jahrelange Auseinandersetzung zwischen Horst Seehofer und Markus Söder in Erinnerung. Jubel im Saal. Im Bund regiert Kanzlerin Angela Merkel im 13. Jahr - und will noch vier weitere dranhängen. "Ein bisschen weniger Häme", empfiehlt er. Politische Widersprüche und Unterschiede würden "mit Milliarden und Abermilliarden zugeschüttet".


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