Erdogan warnt vor weiterer Erdgassuche vor Küste Zyperns

Zugleich wurde in der Nacht zum Dienstag ein Boot der griechischen Küstenwache in der Ägäis von einem türkischen Marineschiff gerammt. Die Türkei habe die Souveränität der EU-Staaten über deren Hoheitsgewässer und deren Luftraum zu respektieren. Das gerammte Boot erreichte nach Medienberichten aus eigener Kraft die griechische Insel Leros. Sie sollten nicht "ausscheren" und türkische Rechte nicht missachten, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. In letzter Zeit gebe es rund um die Türkei eine allgemeine Destabilisierung.

Die beiden kleinen unbewohnte Inseln in der östlichen Ägäis waren bereits im Jahre 1996 Gegenstand eines Territorialstreits zwischen Griechenland und der Türkei. Der griechische Außenminister Nikos Kotzias charakterisiert die Türkei seit Monaten als eine "nervöse Macht".

Ankara lehnt die Suche nach Erdgas ab, solange die Zypern-Frage nicht gelöst ist.

Am Rande des Außenministertreffens der internationalen Anti-IS-Koalition in Kuwait kam der italienische Außenminister Angelino Alfano mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu zusammen.

Die EU hat die Türkei aufgefordert, die seit Freitag mit Kriegsschiffen durchgesetzte Blockade von Erdgaserkundungen vor Zypern aufzugeben. Ankara argumentiert, durch Bohrungen nach Erdgas ohne Zustimmung der türkischen Zyprioten würden deren Rechte missachtet. Italien erwarte, dass in dem Konflikt eine "gemeinsame Lösung im Einklang mit dem Völkerrecht und den Interessen sowohl von ENI, den Ländern in der Region als auch mit den beiden zyprischen Gemeinschaften" gefunden werde, teilte das Außenministerium in Rom mit.

Die Insel ist seit 1974 geteilt. Die Republik Zypern, deren Regierung den Südteil lenkt, ist seit 2004 EU-Mitglied. Vor dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in der Türkei mahnte der türkische Staatspräsident die US-Truppen in Manbidsch, einem möglichen türkischen Angriff auf die Kurdenmiliz YPG in der nordsyrischen Stadt nicht im Wege zu stehen.

Die Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) begrüßte grundsätzlich die Versuche der Regierung, die Situation unter Kontrolle zu bringen. Grund ist die Erdgassuche vor der Küste des EU-Landes Zypern.

Diplomaten in Athen äußern sich besorgt: Zwischenfälle ähnlicher Art wie die von heute und die Blockade vor Zypern könnten eine größere Krise in der Region auslösen.


Beliebt

VERBINDEN