Guillermo del Toro wird Jurypräsident in Venedig

Der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro hat seine Fantasyromanze "Shape of Water - Das Flüstern des Wassers" extra 1962 angesiedelt - er nimmt damit Bezug auf Donald Trups Wahlkampfslogan "Make America great again".

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Die Geschichte beginnt mit Elisa, einer "Prinzessin ohne Stimme", wie es zu Anfang heißt. Es ist ein faszinierendes Wasserwesen, mit Kiemen und einem muskulösen Körper, der in schillerndem Blau und Grün schimmert. Doch man spürt gleich, dass es das nicht aus Bosheit tut, sondern aus Angst. In den Hauptrollen sind unter anderem Sally Hawkins, Michael Shannon und Richard Jenkins zu sehen.

Vor allem aber gelingt es del Toro, ein bildgewaltiges Märchen für Erwachsene zu erzählen. Einen aus phantastischen Motiven, sanften (Kamera-) Bewegungen, grünblauen Schatten, Formen, starken Symbolen und reizenden Nebenfiguren. Auch, als Elisa sich mit einem merkwürdigen Unterwasser-Wesen anfreundet, das die Regierung gefangen hält. Doch die Dinge im Labor ändern sich schlagartig, als sie und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) ein mysteriöses Regierungsexperiment entdecken. Doch Elisa braucht keinen Schutz. Das Wesen wird misshandelt und soll seziert werden.

In Mexiko gehört del Toro zu den großen Drei; neben dem Filmkünstler Alejandro González Iñárritu ("Babel") und dem Effekt-Magier Alfonso Cuarón ("Gravity") ist er der Meister der Stilisierung. Ein kluger Kommentar, so fein verwoben, dass Politisches nie Romantisches stört.

"Shape of Water" entwickelt besonders auf der großen Leinwand seine visuelle und emotionale Kraft und ist dabei so vielschichtig erzählt, dass es zahlreiche Interpretationen zulässt.

Del Toro nahm 1997 mit seinem Film "Mimic" erstmal an dem Filmfest teil, 2006 war er Teil der Jury für den Luigi de Laurentiis-Preis für den besten Debüt-Film.

Es ist der große Oscar-Favorit des Jahres und einer schönsten Filme der letzten Zeit.


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