Morgan Tsvangirai ist tot

Simbabwes langjähriger Oppositionsführer Morgan Tsvangirai ist tot. Im März wäre Tsvangirai 66 Jahre alt geworden.

Tsvangirai war jahrzehntelang politischer Rivale von Ex-Präsident Robert Mugabe. Dabei ließ er sich auch von Verhaftungen und Folter nicht aufhalten. Nach einer Freilassung im Jahr 2007 war sein Gesicht geschwollen.

Ein Jahr später schien Tsvangirai am Ziel seiner Träume angekommen zu sein. Tsvangirai wurde Ministerpräsident. Bei den Wahlen 2013 erlitt er mit seiner Partei eine Schlappe und musste wieder in die Opposition.

Bei Tsvangirai war im Juni 2016 Darmkrebs diagnostiziert worden. Er wurde zuletzt im Nachbarland Südafrika behandelt. Dort starb er nun auch in einem Spital in Johannesburg. Trotz seines Gesundheitszustands wollte er 2018 noch zur Präsidentschaftswahl in Simbabwe antreten. Unklar ist, welcher seiner drei Stellvertreter die Parteiführung übernimmt. Bei Präsidentschaftswahlen war er mehrfach gegen den langjährigen Machthaber Mugabe angetreten, konnte das Amt aber nie übernehmen.

Tsvangirai wurde als Sohn eines Maurers in der Kleinstadt Buhera geboren. Sein Name stand lange für "Chinja" - den Wandel. Trotz aller Widerstände und Attacken hat der einstige Gewerkschafter und Katholik im Laufe seiner politischen Karriere stets an friedlichen Aktionen festgehalten. So sei es ihm gelungen, in Simbabwe die erste Bürgerrechtsbewegung zu gründen. Er verkörperte lange Zeit vor allem die Hoffnungen der gebildeten Mittelschicht des Landes, die meist städtisch, weltoffen und angesichts der Wirtschaftsmisere im Land oft arbeitslos ist.


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